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Dinslaken: Erste Hilfe üben mit Puppe für 15 000 Euro

Dinslaken : Erste Hilfe üben mit Puppe für 15 000 Euro

Die Bürgerstiftung der Sparkasse hat dem Deutschen Roten Kreuz finanziell geholfen: Der Kreisverband hat ein neues Ausbildungsgerät angeschafft, das Notfallsituationen realistisch simulieren kann.

Leise Atemgeräusche ertönen vom Tisch im Lehrsaal des DRK-Kreisverbandes. Dort liegt, bekleidet mit einem Trainingsanzug "Resusci-Anne", die neue Übungspuppe der Retter des Deutschen Roten Kreuzes. Noch ist alles normal, bis Heiko Kaiser, Fachdozent für Rettungsdienstausbildung, einmal auf den Touchscreen des Gerätes tippt, das die Funktionen der Puppe steuert. Das Atem wird zu einem Husten, dann zu einem Röcheln. Schieberegler verändern Vitalwerte wie die hörbare Atemfrequenz oder messbaren Puls und Blutdruck, die über Luftdruck simuliert werden. "Man kann mit dieser Puppe so ziemlich alles simulieren, was einem Menschen im richtigen Leben zustoßen könnte", erklärt Heiko Kaiser.

Der Vorstellungskraft desjenigen, der an der unscheinbaren Kontrollbox (dem so genannten SimPad) der Übungspuppe sitzt, sind dabei kaum Grenzen gesetzt. "Wir können Herzinfarkte, Knochenbrüche oder Verbrennungen simulieren", erklärt Heiko Kaiser. Sogar die Gabe von bestimmten Medikamenten und die Reaktionen darauf lassen sich darstellen. "Man kann damit sogar Notärzte an den Rand der Weißglut bringen, wenn man das möchte", erklärt der Fachdozent für die Rettungsdienstausbildung mit einem Lächeln auf den Lippen. "Das ist das Nonplusultra der Technik."

Insgesamt 15 000 Euro hat das besondere Ausbildungsgerät den DRK-Kreisverband gekostet. Der komplette Betrag wurde von der Bürgerstiftung der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe gestellt. "Bei den Anträgen dafür gab es im Kuratorium keine großen Diskussionen", erklärt Frank Steenmanns vom Stiftungsvorstand. "Das ist Geld, das direkt in die Rettung von Leben fließt." In der Region ist die Übungspuppe einzigartig und soll gezielt bei der Ausbildung von Einsatzkräften aber auch von Ersthelfern zum Einsatz kommen. "Das Schöne ist, dass man alle möglichen Dinge direkt demonstrieren kann und außerdem kann man die Puppe auch aus einem anderen Raum steuern, so dass sich die Auszubildenden unbeobachtet fühlen", erklärt Willi Kassen, Kreisausbildungsleiter des DRK.

Die Ausbildung von Ersthelfern ist für das DRK noch immer eines der wichtigsten Anliegen. "Unser Ziel ist es, dass die Zeit zwischen einem Unfall und dem Eintreffen der professionellen Rettungskräfte möglichst gut genutzt wird", erklärt Dr. Kurt Gerritz, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes. Und davon, dass mal etwas passiert, seien natürlich nicht nur Teilnehmer am Straßenverkehr betroffen. Gerade im heimischen Umfeld käme es oft zu Unfällen und Notsituationen. "Dann ist es wichtig, helfen zu können. So kann man im Ernstfall das Leben eines Mitmenschen erhalten", sagt Gerritz.

(fla)