Erste Einblicke in das Musical "Der Eritreer" von Jochen Haupt in Voerde

Uraufführung Herbst 2020 : „Der Eritreer“ – ein Musical gegen Rassismus und Ausgrenzung

Jochen Haupt gab in Möllen einen ersten Einblick in sein Werk. Im Herbst nächsten Jahres soll es uraufgeführt werden.

Zum ersten Mal gab Jochen Haupt jetzt in der evangelischen Kirche Möllen einen Einblick in sein Musical „Der Eritreer“, das im nächsten im Herbst uraufgeführt werden soll. Dafür hat er mit 14 Musikbegeisterten eine Szene des Stücks und sieben Lieder einstudiert, die sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierten.

Das Stück handelt von dem Flüchtling Joseph Gabenga, der vor dem Islamischen Staat nach Deutschland flieht, nachdem seine Familie getötet und sein Haus zerstört wurde. Die Szene setzt ein, als Joseph, gespielt von Clemens Rupperath, bei einer Sammelunterkunft in Sachsen ankommt. Dort wird er von einem wütenden Mob mit ausländerfeindlichen Parolen empfangen und zum Gehen aufgefordert. Fassungslos rennt der Eritreer auf die Bühne und schreit: „Was ist hier los? Ich dachte, wir sind hier sicher“. Damit endet die Szene.

In seinem Werk plädiert Haupt für mehr Menschlichkeit und spricht sich gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung aus. Im Titelstück „Die Sonne geht für alle auf!“ fordert er die Menschen auf, aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig zu helfen. Das ernste Thema kombiniert Haupt gekonnt mit einer fröhlich leichten Melodie.

In dem Lied „Blind, taub und stumm“ werden die Menschen aufgefordert zu handeln, anstatt wegzusehen. Bei dem Song „So geht das Leben weiter“ greift Jochen Haupt sogar selbst zum Mikrophon und singt den Hauptpart alleine. Dabei nimmt er die Perspektive des Außenseiters ein und legt seine Gefühlswelt offen.

„Ich kenne die Gefühle von Geflüchteten“, erzählt Haupt und bezieht sich damit auf seine Flucht, während des Zweiten Weltkriegs. Ihm liegt das Thema des Stücks sehr am Herzen.

Als er im Frühjahr 2017 drei Monate durch Italien reiste und sah, wie Flüchtlinge behandelt wurden, stand für ihn fest, dass er etwas tun müsse. „Deswegen schrieb ich während der Reise das Musical, auch weil ich dabei den direkten Kontakt zu den Geflüchteten hatte.“

Die Sängerinnen und Sänger begeisterten mit ihren ausdrucksstarken Stimmen. Um für einen abwechslungsreichen Abend zu sorgen, lud Haupt aber auch die Dinslakener TAPline-Dancers und das „Vocal-Ensemble“ der Musikschule Voerde ein.

Die Stepptanz-Gruppe sorgte mit ihren bunten Kostümen und ihren flinken Füßen für gute Laune beim Publikum. Die jungen Sängerinnen und Sänger des Vocal-Ensembles berührten mit ihren gefühlvollen Stimmen.

Zum Abschied sangen sie gemeinsam mit dem Musical-Ensemble das Lied „Amazing Grace“ und erreichten so einen friedvollen Ausklang des Abends.

(fm)