Dinslaken: Erschossener Hund gibt Rätsel auf

Dinslaken : Erschossener Hund gibt Rätsel auf

Im Juli 2013 wurde Piper an der A 3 getötet: Halter wartet auf eine Erklärung.

So recht kann Lothar Wittek die Begründung der Richter am Landesgericht Düsseldorf nicht nachvollziehen. Dort wurde seine Klage auf Entschädigung verhandelt. Die hatte der Hundezüchter eingereicht, nachdem vor fünf Jahren ein Beamter der Autobahnpolizei seine Hündin Piper erschossen hatte. Denn die Begründungen, die er damals von der Polizei hörte, und die des Richters passen nicht zusammen.

Das war Ende Juli 2013 geschehen: Lothar Wittek wohnt nahe der Auffahrt zur Autobahn A3 und ist Hundezüchter. Piper ist eines seiner Tiere, eine Aussiedoodle-Hündin, ein Mix aus Australien Shepherd und Pudel. Eines Tages ist Piper plötzlich ausgebüxt. Wittek machte sich mit Nachbarn auf die Suche, vergeblich, die Hündin blieb verschwunden.

Einen Tag später überbrachte ein Polizist die Nachricht, dass Piper erschossen werden musste. Sie sei auf die Autobahn gelaufen und dort von einem Auto angefahren worden. Dabei sei sie so schwer verletzt worden, dass der Polizeibeamte das Tier habe erschießen müssen. "Und es hat sich gezeigt, dass das Handeln des Kollegen alternativlos war. Der Hund hatte keine Überlebenschance", erklärte vor fünf Jahren ein Sprecher der Autobahnpolizei. Wittek spricht, dass ihm damals gesagt worden sei, sein Hund haben durch den Unfall den Bruch des Wirbelsäule erlitten.

Deshalb kann er die Begründung der Düsseldorfer Richter nicht verstehen. Verhandelt wurde die Klage auf Schadenersatz vergangene Woche vor dem Landgericht Düsseldorf. In der Urteilsbegründung heißt es, dass der Beamte das Tier habe erschießen müssen, um zu verhindern, dass die Hündin erneut auf die Autobahn läuft und andere gefährdet. Das kann Wittek nicht glauben, wenn Piper eine derart schwere Verletzung hatte, wie ihm vor fünf Jahren berichtet wurde, wäre sie nicht in der Lage gewesen, wieder auf die Autobahn zu laufen. Aus Sicht von Lothar Wittek ist sein Hund unnötig und rechtswidrig getötet worden. Deshalb hatte er Klage eingereicht. Ihm gehe es darum, zu erfahren, was mit seinem Hund geschehen ist. Allein deshalb habe er die Klage eingereicht. Nun gibt es ein Urteil, aber keine Antwort für Lothar Wittek.

(mt)
Mehr von RP ONLINE