Erkältungswelle kann auch Haustiere erwischen

Wenn Wuffi Schnupfen hat : Auch Haustiere erwischt die Erkältung

Husten, Schnupfen, Heiserkeit können auch Hunden und Katzen zu schaffen machen. Schlimmer noch: Halter und Vierbeiner können einander anstecken. Worauf Tierfreunde achten müssen.

Wenn alles schnieft, krächzt und ächzt, dann geht eine Erkältungswelle rum. Die wirft nicht nur Menschen aufs Krankenlager. Auch Tiere können sich anstecken – und zwar beieinander, aber Mensch und Vierbeiner können Erkältungserreger auch wechselseitig weitergeben.

„Wir haben es oft, dass Menschen kommen und sagen: Erst war ich krank, dann der Hund – kann der das von mir haben?“, erzählt der Dinslakener Tierarzt Dirk Botzenhardt. Und er beantwortet die Frage im gleichen Atemzug: „Ja, das kann schon sein.“ Umgekehrt – von Bello auf Herrchen – klappt die Übertragung ebenso.

Zwar seien viele Viren und Bakterien auf Menschen oder auf bestimmte Tierarten „spezialisiert“. Die echte Grippe zum Beispiel überträgt sich nicht von oder auf Hund und Katze. „Aber es gibt auch einige Bakterien, die sich bei Mensch und Tier wohlfühlen“, erklärt der Tierarzt. Und die dann hier wie dort Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Mandel- und Kehlkopfentzündungen auslösen können. Die Symptome von Tieren sind mit denen der Menschen vergleichbar: „Der Kehlkopf ist oft rot und geschwollen, die fressen schlechter – das ist genau wie beim Menschen, wenn sie eine Halsentzündung haben“, beschreibt Botzenhardt.

„Wir sehen oft Wellen: Drei oder vier Tiere kommen auf einmal mit den gleichen Symptomen“, erzählt er. Das sei übrigens nicht nur in der nass-kalten Jahreszeit so: Auch im Rest des Jahres gebe es Phasen, in denen plötzlich mehrere Hunde mit Husten im Wartezimmer sitzen. „Man spricht auch vom Zwingerhusten“, so Botzenhardt: Weil die Erkältungskrankheit früher in großen Zwingern mühelos von einem Tier zum nächsten sprang.

Hat es Hund oder Katze erwischt, dann sollten Tierhalter sich auf den Weg zum Tierarzt machen, wenn sie spüren, dass es ihrem Vierbeiner wirklich schlecht geht. „Bei einem Schnupfen nicht sofort“, sagt der Mediziner. Aber, wenn die Symptome ernster aussehen, dann ist es doch angezeigt. „Wenn ein Hund einen bellenden Husten hat, wenn es einen weißlichen Auswurf gibt, wenn er würgt, nicht fressen mag, abgeschlagen ist.“ Für Katzen gilt das gleiche. Aber die seien als Einzelgänger etwas weniger gefährdet, sich anzustecken, als die kontaktfreudigen Hunde.

Harald Debus vom Bund Deutscher Tierfreunde (BDT) erläutert, dass manche Tiere vermutlich gefährdeter seien als andere. Man habe im Verein „die Erfahrung gemacht, dass überzüchtete Hunde anfälliger und empfindlicher sind“, sagt er. Auch „Schoßhündchen“, die viel im Haus sind, würden sich schneller einen Schnupfen holen.

Der Verein betreut unter anderem einen Gnadenhof in Weeze. Dort werde dafür gesorgt, dass die Tiere vor allem bei frostigen Temperaturen genug Rückzugsmöglichkeiten haben. „Sie sollen ruhig draußen herumtollen können, sie müssen aber die Möglichkeit haben, zurück ins Warme zu kommen, um sich da zu erholen“, erläutert Debus.

Manches Herrchen zieht dem Vierbeiner zur kalten Jahreszeit schon mal eine Weste an. Das sei bei den meisten Hunden überflüssig, meint der Tierfreund: „Das ist vielleicht sinnvoll, wenn das Tier klein ist und ganz kurzes Fell hat.“ Wichtig sei aber, die Weste nach dem Gassigehen sofort auszuziehen.

Erkrankte Hunde müssen natürlich auch raus, aber gegebenenfalls für kürzere Wege. Man sollte bei schlechtem Wetter nicht unbedingt ständig mit ihnen stehen bleiben und sie, falls sie nass geworden sind, zu Hause trockenreiben.

Auf keinen Fall dürfen bei kranken Tieren auf eigene Faust Arzneimittel eingesetzt werden, die für den Menschen gedacht sind. Viele Substanzen darin können auch in kleinen Mengen für Haustiere gefährlich und sogar tödlich sein. Aspirin etwa hat auch eine blutverdünnende Wirkung und kann die Tiere das Leben kosten. Gefährlich sei für Katzen das bei vielen beliebte „Teebaumöl“. Die Flüssigkeit sei für die Stubentiger Gift, daher solle man es ihnen auch auf keinen Fall aufs Fell tropfen. Grundsätzlich gilt: Medikamente sollten ausschließlich vom Tierarzt verschrieben werden, denn gerade bei Tieren kommt es auf die Dosierung an.