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Voerde: Erinnern an die Opfer vom Buschmannshof

Voerde : Erinnern an die Opfer vom Buschmannshof

Das jährliche Gedenken der Friedensgruppe Voerde zum Antikriegstag fand am Denkmal statt.

Normalerweise trifft sich die Friedensgruppe der Stadt am 1. September, dem Antikriegstag, am Franzosenfriedhof. Dass die Veranstaltung diesmal am Buschmannshof stattfindet, hat einen besonderen Grund: Am 5. September 1987 wurde das Mahnmal für die Kinder vom Buschmannshof hier errichtet. Grund genug, 30 Jahre später zum Gedenken wieder an diesen Ort zu kommen, gerade am Antikriegstag. "Der 1. September markierte den Beginn des Zweiten Weltkriegs", erklärt Marlies Wellmer von der Friedensgruppe Voerde. "In zehn Jahren wird es für diese Zeit keine Zeitzeugen mehr geben. Umso wichtiger ist es, dass wir Orte wie diesen haben", sagt sie.

Vor 30 Jahren hatten die Voerder Jusos am Denkmal 99 kleine Kreuze aufgestellt, als Zeichen für die 99 Kinder, die an dieser Stelle in einem Zwangsarbeiterlager der Firma Krupp starben. Dieses Mal sind es 14 Kreuze geworden, symbolisch für die Zahl der Nationen, aus denen Zwangsarbeiter sich in Deutschland befanden. Mit den Begriffen für Emotionen haben die Jusos sie beschriftet, symbolisch für etwas, das alle Menschen haben: Gefühle. In seiner Rede erinnert Dr. Peter Kaup vom Lions Club Voerde an die Anfänge der Friedensgruppe. "Wir haben damals Zeitzeugen befragt und sind zu Archiven gefahren", erzählt er. Nicht immer wurde man freundlich empfangen, da einige Menschen lieber vergessen als sich erinnern wollten. Er betont, dass Weltfrieden als Thema aktueller sei, denn je. "Eine Gesellschaft wie unsere kann nur bestehen, wenn wir Demokratie selbst in die Hand nehmen", sagt er.

(fla)