1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Hünxe: Erdgas: Hünxe ist skeptisch

Hünxe : Erdgas: Hünxe ist skeptisch

Die Diskussion über eine Förderung von unkonventionellem Erdgas ist nun auch in Hünxe voll entbrannt. Der Planungsausschuss beriet über einen Antrag auf Erlaubnis zur Aufsuchung im Feld WeselGas. Es gibt Bedenken.

Noch ist nichts entschieden. Und eine Aufsuchungserlaubnis bedeutet noch lange nicht, dass tatsächlich gebohrt wird. Sie stellt lediglich die Voraussetzung für eine Betriebsplanzulassung dar. Und erst wenn die auf dem Tisch liegt, darf ein Bohrer in die Erde getrieben werden. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Die Skepsis der Hünxer Politik gegenüber dem Antrag auf Erteilung einer solchen Erlaubnis bei der Bezirksregierung Arnsberg könnte dennoch kaum größer sein. Eingereicht haben ihn die Thyssen Vermögensverwaltungs GmbH, die PVG Patentverwertungsgesellschaft für Lagerstätten mbH und aix-o-therm GeoEnergien. Die drei Firmen wollen im Feld WeselGas zwischen Issum und Schermbeck zu gewerblichen Zwecken Steinkohleflöze entgasen. Davon betroffen wäre auch ein großer Teil der Gemeinde Hünxe.

Dr. Roland Gaschnitz von der Firma aix-o-therm GeoEnergien in Marl versuchte die, wie er es ausdrückte, "oft emotional geführte Diskussion" um die Erdgasförderung zu versachlichen. Es sollte ihm nur im Ansatz gelingen.

  • Erkelenzer Land : Aufsuchungserlaubnis für Flözgas im Feld Sophia
  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Dinslaken wissen müssen
  • Die Dinslakener Oldiekneipe Hinz & Kunz
    Jetzt gilt die 2 G-Regel : Oldieladen Hinz & Kunz in Dinslaken öffnet wieder

Bei der Aufsuchung gehe es zunächst darum, einen Claim abzustecken, wo möglicherweise gebohrt werden kann. Dabei werde erkundet, wo Bohrungen technisch möglich sind, wo die Chancen gut stehen, dass sie genehmigt werden und wo es sich finanziell lohnt. Letzteres wäre der Fall, wenn sich in einem Zeitraum von etwa 20 Jahren rund 40 Prozent der in einem Feld eingelagerten Gasvorkommen gewinnen ließen. An die restlichen 60 Prozent käme man ohnehin nicht heran, erklärte Gaschnitz .

Für die Erdgasgewinnung sei das FeldWesel besonders geeignet. Durch Risse und Dehnungen im Gestein komme das Methan dort leichter an die Oberfläche. "Diese Störungszonen möchten wir nutzen", erklärte der Antragsteller aus Marl. Dem so genannten Fracking-Verfahren — dabei wird ein Sand-Chemikalien-Wasser-Gemisch unter Hochdruck in den Boden gepresst, um Erdgas aus Gestein zu brechen — erteilte er eine klare Absage. "Das machen wir nicht das. Das kostet viel Geld und richtet mehr Schaden als Nutzen an." Grundsätzlich werde nichts unternommen, was die Trinkwasserqualität beeinträchtigen könnte.

Die Politiker blieben besorgt. Das Angebot des Gastes, auch künftig mit offenen Karten zu spielen, änderte daran ebenso wenig wie der Hinweis von Bürgermeister Hansen, der Antragsteller Thyssen Vermögensverwaltungs GmbH habe sich in der Vergangenheit gegenüber der Gemeinde Hünxe "anständig verhalten" und genieße Vertrauen. Einen Beschlussvorschlag gab es gestern nicht. Den sparte sich die Politik für den Hauptausschuss auf.

(RP/rl)