Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr aus Dinslaken hat Geschäftsbetrieb eingestellt

Kunden werden angeschrieben : EGRR hat Geschäftsbetrieb eingestellt

Mark Steh sieht keine Perspektive für Fortführung der Energiegenossenschaft.

Der Duisburger Rechtsanwalt Mark Steh sieht keine Perspektive für die Fortführung der Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr (EGRR) aus Dinslaken, die zahlungsunfähig ist. Deren Kunden werden nun im Zuge der Ersatzversorgung mit Strom und Gas beliefert. Grundversorger sind in Dinslaken die hiesigen Stadtwerke, für Hünxe- Bruckhausen decken sie die Sparte Gas ab. Die Genossenschaft, die Kunden mit Gas und Strom belieferte sowie Energieberatungen durchführte, wurde 2007 gegründet und beschäftigt 12 Mitarbeiter. Deren Gehälter sind zunächst über das Insolvenzgeld gesichert.

Die EGRR hatte am 31. Oktober 2019 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Mark Steh aus der Duisburger Kanzlei Hammes Insolvenzverwalter wurde vom Amtsgericht Duisburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Rechtsanwalt verschaffte sich direkt nach der Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens einen Überblick über die wirtschaftliche Situation der Energiegenossenschaft und kam dabei zu einem negativen Ergebnis. „Die Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr kann ihren operativen Geschäftsbetrieb leider nicht fortführen, da aufgrund der fehlenden Liquidität der Zugang zu Energie- und Gasnetzen nicht mehr zur Verfügung steht. Daher kann sie die Kunden leider nicht mehr mit Strom und Gas beliefern“, so Mark Steh. Von der Insolvenz des genossenschaftlichen Energieversorgers sind etwa 8500 Kunden betroffen.

Die Strom- und Gasbelieferung der betroffenen Kunden erfolgt nun im Zuge der Ersatzversorgung durch den hierfür jeweils zuständigen Anbieter. Natürlich können die Kunden sich auch selbst einen anderen Anbieter aussuchen.

„Alle Beteiligten haben bis zuletzt alles versucht, um die Fortführung zu ermöglichen. Dies war aufgrund der wirtschaftlichen Situation aber leider nicht möglich“, wie Mark Hammes erläutert. Natürlich werde die Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr die mit den Kunden geschlossenen Verträge ordnungsgemäß abrechnen“, versichert der Anwalt. Dies könne allerdings mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Kunden, die Geld von der EGRR zu bekommen haben, müssten gegenwärtig noch nichts unternehmen. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden sie als Gläubiger angeschrieben, um ihre Geldforderungen anzumelden.

(hsd)
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