Dinslaken: Endlich wieder Sonne

Dinslaken: Endlich wieder Sonne

Nach Monaten des tristen Grau in Grau, die der eisige Winter bescherte, brach gestern der erste Sonnentag durch.Dinslakener Unternehmer freuen sich über einen großen Ansturm. Alle Zeichen stehen auf Frühling.

Wer seine Hoffnungen auf den Beginn des meteorologischen Frühlings gelegt hatte, wurde bitter enttäuscht. Abgesehen von einem schönen Wochenende zum Monatsbeginn, das bei strahlend blauem Himmel aber trotzdem eisige Temperaturen aufwies, blieb es bei dem Tristen grau der Vormonate. Fast schien es, als wolle der kalte Winter gar kein Ende mehr nehmen und sich noch einige Wochen "einnisten". Gestern lockten dann aber ab dem Vormittag Temperaturen um die 14 Grad Celsius bei strahlendem Sonnenschein nach draußen.

Kräftige Farben äußerst beliebt

"Da geht einem das Herz auf", freute sich etwa die Dinslakenerin Silvia Opara beim Besuch des Strumpffachgeschäfts Monika T. auf der Neustraße. Endlich könne die dicke Kleidung im Schrank bleiben, würde das eintönige Grau durch viele bunte Farben ersetzt. "Da geht sofort die Laune nach oben", erklärte Silvia Opara. Monika Tusk war ebenfalls sehr positiv gestimmt.

"Das gute Wetter spiegelt sich in der Nachfrage sofort wider", erläuterte die Inhaberin des Strumpffachgeschäfts. Vor allem kräftige Farben und bunte Mixe seien sehr begehrt. Gleiches gelte für die Stadtparfümerie Pieper auf der Neustraße, wo sich das gute Wetter ebenfalls deutlich im Kundenzuspruch bemerkbar mache, wie Filialleiterin Silvia Opara ergänzte. Die Auslagen dort sind auch farbenfroher gestaltet, zudem gönnen sich viele Besucher passend zum Frühling mit all seinen Blüten auch gleich einen neuen Duft.

Sonne sorgt für gute Laune

Seit dem frühen Morgen sehr belebt war auch der Fleurop-Service Blumen Heiligenhaus auf der Neustraße. "Das gute Wetter sorgt für fröhlichere Kunden und gute Laune. Besonders bunte Blumen wie Primeln laufen sehr gut", sagte Floristin Kirsten Schiller.

In den grauen Tagen zuvor waren die Kunden eher zurückhaltend beim Kauf. "Endlich ist der Winter vorbei – und von mir aus könnten wir auch direkt in den Sommer übergehen", ergänzte Kirsten Schiller, die wie ihre Vorredner förmlich nach Sonne lechzte.

Eiscafé begehrte Anlaufstelle

Eine der begehrtesten Anlaufstellen war gestern das Eiscafé Pieruz an der Neustraße. "Endlich ist das Grau in Grau vorbei. Wir hatten heute schon richtig viel zu tun – und es soll ja noch besseres Wetter werden", frohlockte Inhaber Arli Pieruz, der die Sonne in den vergangenen Monaten regelrecht herbeisehnte.

Ansturm bei der Autopflege

Einen echten Ansturm verzeichnete seit gestern morgen auch das Clean Paradise für Fahrzeugpflege an der Otto-Lilienthal-Straße im Gewerbegebiet Süd. Für Nizamettin Hatir ein echter Grund nach dem Krisenjahr 2009, in dem sich die Kunden spürbar zurückhielten, positiv in die Zukunft zu blicken: "Sobald sich das Wetter stabilisiert haben wir ohnehin mehr zu tun. Aber heute haben wir es schon deutlich gemerkt. Unsere Terminmappe ist voll, auch für die kommenden Tage sind viele Anmeldungen da. Bei gutem Wetter ist einfach mehr Leben drin."

Zitronenfalter gesichtet

"Es geht vorwärts", bilanzierte Forstoberinspektor Michael Herbrecht beim Blick auf sein Thermometer, das ihm mittags 13,9 Grad Celsius anzeigte. Aber nicht nur die Temperatur war für ihn ein erstes Indiz, dass der Frühling und das gute Wetter wie angekündigt Einzug halten: Gestern flog der erste Zitronenfalter an ihm vorbei. Zudem berichtete ihm ein ansässiger Imker vom ersten Bienenflug des Jahres.

"Wenn jetzt noch Hummeln dazukommen, dann ist das die Bestätigung", sagte Herbrecht. Generell sei die Natur aber in Verzug. Nach seinen Aufzeichnungen fand der erste Zitronenfalter-Flug im Schnitt am 8. März statt. Und die Wildgänse seien immer noch nicht zu ihrer Reise aufgebrochen. "Die fallen auch nicht auf jeden kleinen Sonnenschein herein. Aber neun Tage sind nicht all zu wild", ergänzte Herbrecht abschließend.

Erstes Kalb geboren

Heinrich Vahnenbruck aus Dinslaken bestätigt die Einschätzung von Förster Herbrecht. "Noch hinken wir nicht all zu sehr hinterher", sagte der Landwirt, der gestern mit den Vorbereitungen für die Frühlingsbestellungen seines Haferfeldes begann.

Grund hierfür: "Wir merken, dass die Natur erwacht. Gestern ist das erste Kälbchen auf unserem Hof geboren worden, in den nächsten Tagen erwarten wir auch die ersten Lämmchen. Das sind eindeutige Zeichen, dass der Frühling kommt."

Bewegung an frischer Luft wichtig

Mehr Licht und natürliche Wärme braucht der Mensch. Das weiß auch Diplom-Psychologe Klaus Krimgen, Leiter der Erziehungsberatungsstellen des Kreises Wesel. "Wenn die Kinder auch mal wieder draußen rumrennen und spielen können, dann entschärfen sich erfahrungsgemäß die familiären Konflikte. Bewegung an frischer Luft ist ganz wichtig", sagt Krimgen. "Zu Hause rumhängen ist nicht gut für die Psyche."

(RP)