Emschergenossenschaft: zwischen Dinslaken und Voerde entsteht ökologisch wertvolle Mündungsaue.

Generationenprojekt Flussumbau : Emschergenossenschaft wird 120 Jahre alt

Unmittelbar am Rhein entsteht zwischen Dinslaken und Voerde eine komplette neue ökologisch wertvolle Mündungsaue. Das Ziel des Emscherumbaus soll Ende 2021 erreicht sein: ein vom Abwasser befreiter Fluss.

Wasser macht an Stadtgrenzen nicht Halt – es war diese Erkenntnis, die vor 120 Jahren zur Gründung der Emschergenossenschaft am 14. Dezember 1899 führte. Die bekannteste Maßnahme der Emschergenossenschaft ist das weltweit beachtete Generationenprojekt Emscher-Umbau. Wegen der durch den Bergbau verursachten Erdsenkungen sind unterirdische Kanäle früher nicht möglich gewesen, da sie beschädigt worden wären. Daher wurden die Emscher als zentraler Fluss des Ruhrgebietes und ihre Nebenbäche als offene Schmutzwasserläufe verwendet. Seit der Nordwanderung des Bergbaus sind keine Bergsenkungen mehr zu befürchten, so dass auch unterirdische Kanäle gebaut werden können.

In Dinslaken mündet die Emscher in den Rhein. Noch stürzt der Fluss am Stapp in Eppinghoven an einem Betonbauwerk mehrere Meter in die Tiefe. 2014 haben der Umbau und die Verlegung der Mündung begonnen. Unmittelbar am Rhein entsteht eine komplette neue, ökologisch wertvolle Mündungsaue. Darüber hinaus wurde die Kläranlage an der Turmstraße an das künftige Emscher-System angepasst. Das Ziel des Emscher-Umbaus, eine vom Abwasser befreite Emscher, wird Ende 2021 erreicht sein.

Die nächste große Herausforderung steht jedoch nicht nur vor der Tür, sondern praktisch schon im Haus: der Klimawandel und seine Folgen. „Wir müssen lernen, mit den Auswirkungen des Klimawandels umzugehen und entsprechende Anpassungsmaßnahmen vorantreiben“, sagt Prof. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. „Das kann man aber nicht alleine schaffen. Wir müssen als Region an einem Strang ziehen.“

Dieses historische Foto zeigt die im Bau befindliche Emschermündung am Stapp in Eppinghoven. Foto: eglv/Emschergenossenschaft

Der Grundstein dazu wurde am 15. November dieses Jahres gelegt: Knapp 120 Jahre nach der Gründung der Emschergenossenschaft unterzeichneten in Recklinghausen alle 16 Kommunen der Emscher-Region eine Verpflichtungserklärung mit dem Ziel, gemeinsam mit der Emschergenossenschaft als koordinierende Service-Stelle das Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ bereits ab Anfang 2020 mit Leben zu füllen. „Damit gehen wir auch die Herausforderung Klimawandel als Region an. Nur so lassen sich Lösungen für regionale Problemstellungen finden. Mit diesem Projekt können wir Vorbild für andere Regionen in Europa und in der Welt sein, so wie wir es bereits von unserem Emscher-Umbau kennen“, sagt Paetzel.

(RP)