Emschergenossenschaft und Nabu unterzeichnen in Dinslaken Artenschutz-Abkommen

Ökologische Aufwertung : Emscher: Chance für den Artenschutz

Emschergenossenschaft und Nabu NRW wollen künftig enger zusammenarbeiten und haben in Dinslaken eine Vereinbarung zum Artenschutz unterschrieben.

Die Emscher soll sich vom Abwasserfluss zu einer neuen, artenreichen Flusslandschaft entwickeln. Das ist das Ziel einer neuen Kooperationsvereinbarung zwischen Emschergenossenschaft und dem Naturschutzbund (Nabu) NRW, die die Partner auf dem Hof Emschermündung in Dinslaken in die Wege geleitet haben. Dort wurde eine Absichtserklärung unterschrieben, die Ausgangspunkt für die Erarbeitung einer festen Kooperationsvereinbarung zwischen Emschergenossenschaft und Nabu NRW sein soll.

Im Jahr 2021 soll das Hauptziel des Emscher-Umbaus, die Befreiung der Emscher und ihrer Nebenläufe von Schmutzwasser, weitestgehend erreicht sein, so die Emschergenossenschaft. Damit biege „das bedeutendste Infrastrukturprojekt des Strukturwandels im Ruhrgebiet auf die Zielgerade“ ein.

„Wir wollen den Bürgern den Wert von und den Umgang mit renaturierten Bächen und Flussläufen vermitteln. Dazu werden wir beispielsweise gemeinsame Informationsveranstaltungen, Diskussionsrunden oder ,Expeditionen ins Emscherland’ durchführen“, sagt Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des Nabu NRW.

„Zudem beraten wir über mögliche Maßnahmen zum Artenschutz auf den Flächen und an den Betriebsgebäuden der Emschergenossenschaft.“ Dabei soll auch die Initiative der Emschergenossenschaft gegen das Insektensterben einbezogen werden, wobei insektenfreundliche regionale Saaten auf den eigenen Flächen ausgebracht werden.

Emschergenossenschaft und Nabu wollen außerdem in Themenbereichen wie Umweltbildung, Flächenentwicklung, Beratung und Begleitung von Bauprojekten sowie Begleitung von Renaturierungsvorhaben zusammenarbeiten. Gemeinsam wollen sich die Partner auch gegen Privatisierungstendenzen engagieren. „Wir glauben, dass das Management natürlicher Ressourcen nicht den freien Kräften des Marktes unterworfen werden darf. Insbesondere im Bereich Wasser- und Flussgebietsmanagement setzen wir uns daher gemeinsam für die Stärkung der öffentlichen Daseinsvorsorge und gegen Privatisierungstendenzen in diesem Sektor ein“, sagt Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Um diese Rückeroberung des Emschergebietes flächendeckend zu beobachten, zu unterstützen und die vielfältigen Potenziale des Emscher-Umbaus für die Region zu erschließen, ist die Emschergenossenschaft auf die Mithilfe der Bürger sowie der in der Region aktiven Akteure und Vereine angewiesen.

„Der Erfolg eines solch großen Projekts zur ökologischen Aufwertung eines Flusssystems setzt die enge Zusammenarbeit zwischen den Akteuren in der Region voraus. Auf die Kooperation mit dem Nabu freue ich mich bereits“, sagt Uli Paetzel.