Elternvertreter stimmen in Dinslaken ihre Aktionen

Realschule und Sekundarschule ziehen an einem Strang : Es droht ein neues Bürgerbegehren

Elternvertreter der Realschule im Hiesfelder Gustav-Heinemann-Zentrum und der Friedrich-Althoff-Sekundarschule stimmen ihre Aktionen im Kampf um die künftige Gestaltung der Schullandschaft in Dinslaken ab.

Bei der Gestaltung der  Dinslakener Schullandschaft wollen die Elternvertreter der Hiesfelder Realschule und der Sekundarschule, die möglicherweise wegen zu niedriger Anmeldezahlen geschlossen wird, mitreden und mitwirken. Deshalb haben sie sich zu einem Gespräch getroffen, um die nächsten Maßnahmen abzuklären. Sie werden nun Kontakt zu den Schulpflegschaften der anderen weiterführenden Schulen aufnehmen, „um sich mit diesen über die Situation in der Dinslakener Schullandschaft auszutauschen und eventuell das weitere Vorgehen abzustimmen“, so Bianca Bruckermann, Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule. Außerdem ging es bei dem Treffen um die konkrete Vorbereitung eines Bürgerbegehrens. Das soll als letzter Schritt für den Fall gestartet werden, dass die Stadtverwaltung die Forderungen der Elternschaften in ihrer Vorlage, die sie für den Stadtrat erarbeitet, nicht berücksichtigt. „Wir haben inzwischen auch Unterstützung von einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht, der uns zur Seite steht,“, so Dirk Liebert, Vorsitzender des Schulpflegschaft der Friedrich-Althoff-Sekundarschule (FAS). Für die FAS ist bereits gefordert worden, dass für sie die Zweizügigkeit gelten soll.

In der Oktober-Sitzung beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, die Voraussetzungen für die Gründung einer neuen Gesamtschule zu prüfen und einen Beschluss für die sukzessive Auflösung der Sekundarschule vorzubereiten. In der nun anstehenden Sitzungsfolge der Ausschüsse des Rates wird es um den Standort für die neue Gesamtschule gehen. Diese könnte im Schulzentrum Hiesfeld oder am Standort der Sekundarschule angesiedelt werden. Damit eine neue Gesamtschule lebensfähig ist, sind flankierende Maßnahmen notwendig, wie die Begrenzung der Zügigkeiten der übrigen weiterführenden Schulen. Dadurch, so Bianca Bruckermann, würden alle weiterführenden Schulen zu „Opfern der Dinlakener Bildungspolitik“. Sie argumentiert, dass dadurch auch der Elternwille zu kurz kommen könnte. Als Beispiel nannte sie die Begrenzung der Zügigkeiten der Gymnasien. Denn es wäre möglich, „dass ein Kind mit Gymnasialempfehlung und dem Elternwunsch Gymnasium sich an einer Gesamtschule wiederfindet, weil es beim Losverfahren Pech hatte“. In dieser und der kommenden Woche stehen Gespräche zwischen der Verwaltung und der Eltern-, der Schülervertretung sowie der Leitung der Hiefelder Realschule an. Wie die künftige Schullandschaft aussehen soll? „Uns wäre es am liebsten, wenn alles so bleibt, wie es ist“, erklärte Bianca Bruckermann im RP-Gespräch. Sie spricht sich gegen die Schließung der Sekundarschule aus und kritisiert, dass die FAS nach ihrer Gründung nicht gestärkt worden sei. Zudem sei nicht genügend über die Vorzüge dieser Schule informiert worden. Der FAS bescheinigt sie, „sehr gute Arbeit“ zu leisten.

Für schwächere Schüler sei diese Schule durch die dortige Förderung optimal. Die Sekundarschule hat die Förderschwerpunkte körperliche und motorische Entwicklung, zudem ist sie Regelschule für das Prinzip Lernen am andern Ort und Standort für internationale Vorbereitungsklassen.

Bianca Bruckermann hat den Eindruck, dass die Verwaltung unbedingt eine zweite Gesamtschule in Hiesfeld installieren will und dafür als Argument den Elternwillen anführt.

Doch hätte die Elternbefragung nicht eindeutig ergeben, dass eine zweite Gesamtschule gebraucht werde.

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