Elternschaft der Sekundarschule Dinslaken fordert Zweizügigkeit

Schulpflegschaft und Förderverein sind verärgert : Politik soll Zweizügigkeit beschließen

Die Elternschaft der Friedrich-Althoff-Schule hat sich mit einer Stellungnahme an die Dinslakener Entscheidungsträger gewandt und fordert diese auf, ihre ablehnende Haltung gegenüber der Sekundarschule zu überdenken.

Schulpflegschaft und Förderverein der Dinslakener Sekundarschule sprechen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme, die von Isabell Hochstrat unterzeichnet worden ist, dafür aus, dass die Friedrich-Althoff-Schule nicht geschlossen wird. An die politischen Entscheidungsträger in Dinslaken ist der Appell gerichtet, ihre Entscheidung zu überdenken, „die FAS zu schließen oder weitere, unnötige Veränderungen an den gut funktionierenden Schulen Dinslakens vorzunehmen“. Gefordert wird, „die Zweizügigkeit der FAS zu beschließen und damit den Willen aller Dinslakener Eltern und dem Bedarf ihrer Kinder in vielerlei Hinsicht zu entsprechen“.

In ihrer Stellungnahme weist die Elternschaft der Sekundarschule auf einige aus ihrer Sicht äußerst strittige Punkte in der aktuellen Gemengelage in der Schuldiskussion hin. Kritisiert wird, dass bei der durchgeführten Elternbefragung von Grundschulkindern die Sekundarschule nicht mehr zur Wahl stand, was als „äußerst manipulativ“ bewertet wird. „Die FAS wurde durch die Formulierung der Befragung schon vor einer angeblichen Entscheidungsfindung geschlossen“, heißt es in der Stellungnahme. Negativ wird beurteilt, dass die Eltern „viel zu allgemein nach ihrem Wunsch und nicht nach dem, was ihre Kinder brauchen, befragt“ wurden. Denn frage man danach, welche weiterführende Schule sich Eltern für ihren Nachwuchs wünschen würden, sei es klar, dass ein Großteil der Eltern, da sie nur das Allerbeste für ihre Kinder wollten, das Gymnasium nennen würde. Den verantwortlichen Kommunalpolitikern wird vorgeworfen, selbst eine Entscheidung gescheut zu haben und deshalb den Schwarzen Peter den Eltern und der Bezirksregierung Düsseldorf zuzuschieben.

Mit Blick auf die Befragung, bei der ein Großteil der Eltern sich für Gymnasium und Gesamtschule aussprachen, wird festgestellt, dass die Befragung zwar einige Hinweise, aber keine klaren Aussagen erbracht habe. Später habe es dann geheißen, die FAS müsse geschlossen werden, denn das wolle auch die Bezirksregierung. Doch verweist die Elternschaft in ihrer Stellungnahme darauf, dass die Bezirksregierung „nie eine Schließung der FAS gefordert hat – sondern eine Entscheidung“. Aufgestellt wird die These, dass es den befragten Eltern nicht um eine neue Gesamtschule gehen würde, da jeder Mensch sich gern auf bewährte Dinge verlasse, sondern allein um die Ernst-Barlach-Gesamtschule. „Die Eltern möchten ihre Kinder schlicht an einer guten, großen, bewährten EBGS anmelden“, heißt es in der Stellungnahmen weiter. Befürchtet wird, dass nach Errichtung der neuen Gesamtschule die Eltern ihre Kinder dort nicht anmelden werden. Um dies zu verhindern, sind flankierende Maßnahmen vorgesehen. Die Elternschaft der FAS erinnert daran, dass für die Sekundarschule solche Maßnahmen nicht stattfanden, „unsere Schule wurde sich selbst überlassen“.

Gedacht ist in Dinslaken daran, die Zügigkeit der EBGS zu reduzieren, nachdem es zunächst zwei Klassen mehr für sie geben soll. Für abgeschulte Kinder soll an der Realschule ein Hauptschulzweig eingerichtet werden. Außerdem ist beabsichtigt, jeweils eine Eingangsklasse an den drei Gymnasien zu streichen und die Zügigkeit der Realschule zu begrenzen. „Wollen das die Eltern?“, wird in der Stellungnahme gefragt „Man tut so, als würde man sich für den Elternwillen interessieren, entscheidet dann aber, diesen zu leiten“. „Wir nennen das eine Farce“, so die Elternschaft der FAS.

Hingewiesen wird zudem auf das Oberstufen-Problem. Die Elternschaft der FAS hat Zweifel, dass es genügend Schüler für eine weitere Oberstufe gibt, denn um ausreichend Wahlmöglichkeiten für die Schüler zu schaffen, müssten mindestens drei Züge gebildet werden können, besser noch fünf. Die FAS-Elternschaft hält es rein rechnerisch für unmöglich, dass die Stadtverwaltung in den kommenden Jahren mindestens 60 Schüler zusammen bekomme, die für eine neue Gesamtschule notwendig sein werden. Sollte es an der neuen Gesamtschule über mehrere Jahre keine funktionierende Oberstufe geben, dann müsste diese Schule in eine Sekundarschule umgewandelt werden, da die Sekundarschule eine Gesamtschule ohne Oberstufe darstelle. An der Friedrich-Althoff-Sekundarschule seien alle Bildungsabschlüsse bis zum Abitur durch Kooperation mit der EBGS und dem Berufskolleg möglich, auch gebe es dort ein so durchlässiges System, dass Kinder innerhalb kürzester Zeit die schulischen Niveaustufen wechseln könnten, was ihnen an einem Hauptschulzweig nicht möglich sei.

Hingewiesen wird von der Elternschaft zudem auf eine Entscheidung des nordrhein-westfälischen Landtags , nach der eine zweizügige Fortführung von Sekundarschulen möglich sein soll.

Mehr von RP ONLINE