Dinslaken: Eltern wollen Waldorfschule gründen

Dinslaken: Eltern wollen Waldorfschule gründen

In Grietherort haben sich Bürger zusammengefunden, die zum Schuljahr 2019/2020 einen Ableger der Waldorfschule Dinslaken gründen wollen. Dort wird die Idee der Waldorf-Initiative Rees unterstützt. Es soll eine Grundschule werden.

Wird es in Rees in absehbarer Zeit eine neue Schule geben? Wenn es nach den Vorstellungen einer Familie aus Rees-Grietherort und anderen Eltern aus der Umgebung geht, könnte das schon ab dem Schuljahr 2019/2020 der Fall sein. Denn sie wollen dann nach Möglichkeit einen Ableger der Waldorfschule in Dinslaken gründen. Jetzt haben sie dafür die Waldorf-Initiative Rees ins Leben gerufen.

Judith Schmidt und ihr Mann Valentijn Jansen haben selbst fünf Kinder, von denen drei die Waldorfschule in Dinslaken besuchen. Von Grietherort bis dorthin ist es ein langer Schulweg. So geht es auch etlichen anderen Eltern, deren Kinder dorthin fahren müssen, denn zum Kreis Kleve gibt es keine Waldorfschule, die näher liegt. Andere Eltern wiederum hält die große Entfernung sogar davon ab, ihr Kind auf eine solche Schule zu schicken. "Wir lösen das zum Teil mit Fahrgemeinschaften, aber das ist natürlich schon ein enorm hoher Aufwand", sagt Judith Schmidt. Bis nach Dinslaken sind es immerhin gute 40 Kilometer. Selbst wenn die B 8 frei ist, braucht man dafür eine gute dreiviertel Stunde.

Warum also nicht selbst vor Ort eine Waldorfschule gründen? Eine Lehrerin gab dazu den Anstoß und Judith Schmidt nahm den Ball gerne auf. Denn die Räumlichkeiten dafür wären zumindest für einen Start der Schule bei ihr vorhanden. Ausreichend Platz bietet der alte, umgebaute Hof, auf dem sie in Grietherort mit ihrer Familie lebt. Dazu ein großer Garten, direkt am Rhein gelegen, im Umfeld gibt es mehrere Bauernhöfe. Ins Konzept der Waldorfschule, bei dem auch die Natur eine große Rolle spielt, würde das recht gut passen. Eine Dauerlösung soll die Schule im eigenen Haus allerdings nicht sein.

"Uns schwebt eine Art Zwergschule vor, so wie es sie früher überall auf dem Land gab", sagt Judith Schmidt. Demnach würde die Waldorfschule in Rees mit etwa 20 Schülern starten können. Die Klassen 1 und 2 würden dabei zusammen unterrichtet, ebenso die Klassen 3 und 4. Dafür wären ein Hauptlehrer und ein Fachlehrer nötig. Wer den Unterricht übernehmen würde, muss noch geklärt werden. Die Zusammenarbeit mit der Waldorfschule in Dinslaken, die den Ableger in Rees zum Beispiel mit gemeinsamen Projekten unterstützen würde, ist aber auf einem guten Weg. "Im Kollegium wurde darüber gesprochen und die Idee begrüßt", sagt Judith Schmidt. Ihr Wunsch ist es, die Schule ab dem Schuljahr 2019/20 starten zu lassen.

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Judith Schmidt besuchte ab der neunten Klasse selbst eine Waldorfschule. Ebenso ihr Mann, dessen Eltern zudem auch Lehrer an einer Waldorfschule waren. Von den Ideen, die mit dieser Schulform verbunden sind, ist sie überzeugt. "Waldorfschulen beugen sich nicht so sehr dem Effizienzdruck. Sie gehen stärker auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes ein", findet sie. Dazu gehöre, dass im Unterricht ein breites Spektrum vermittelt werde, mit dem auch verstärkt die Sinne angesprochen würden. Zum Beispiel in den musischen oder handwerklichen Bereichen. "Alles in allem wird stark darauf geachtet, was das einzelne Kind braucht. Es wird dadurch gefördert, dass es in seiner gesamten Entwicklung betrachtet wird." Mitstreiter haben Judith Schmidt und ihr Mann bereits gefunden. Auch Familien aus Emmerich und Kleve würden ihre Kinder gerne in solch eine Schule schicken. Aber natürlich werden dafür noch mehr Eltern gebraucht.

Am kommenden Samstag, 17. Februar, soll daher ein erstes, unverbindliches Informationstreffen, ein Familienschnuppertag, stattfinden. Dabei geht es ums Kennenlernen. Es wird gebastelt, aber natürlich werden auch Fragen rund um das Waldorf-Konzept beantwortet. Los geht es um 15 Uhr bei Judith Schmidt, Grietherort 13.

Weitere Info unter Telefon 0151 143 86 889 oder im Internet unter Facebook "Waldorf Initiative Rees"

(RP)