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Dinslaken: Eltern-Protest gegen THG-Tombola

Dinslaken : Eltern-Protest gegen THG-Tombola

Neues Schuljahr, neue Schüler: Über 132 Anmeldungen freut sich das Theodor-Heuss-Gymnasium. Beim Otto-Hahn-Gymnasium sind’s nur 102. Die Bezirksregierung will nun bis zu zwölf der am THG angemeldeten Kinder aufs OHG schicken. Unter den betroffenen Eltern regt sich Protest.

Für die Bezirksregierung macht die geplante „Schülerumschichtung“ Sinn: Beide Gymnasien könnten dann vierzügig in die Stufe Fünf starten. Wer vom THG aufs OHG wechseln muss, soll das Los entscheiden. Eine ganze Reihe von Eltern ist mit diesem Verfahren ganz und gar nicht einverstanden. Sie wollen keine Tombola, sie verlangen, dass ihr Wille respektiert wird und schalteten die Schulpflegschaft ein. Die reagierte prompt. In einem Brief an Landesschulministerin Barbara Sommer formulierte Schulpflegschaftsvorsitzende Birgit Vengels-Heinser einen Gegenvorschlag: Drei am OHG angemeldete Schüler sollen zum THG wechseln. Das Otto-Hahn-Gynasium könnte dann drei Eingangsklassen bilden, das Theodor-Heuss-Gymnasium würde fünfzügig starten. Vorteil: Nur drei Schüler müssten auf den Verschiebebahnhof.

THG könnte fünfzügig starten

„Rein räumlich gesehen wäre es kein Problem für das THG, fünf Eingangsklassen zu bilden“, sagte gestern Dinslakens Schuldezernent Klemens Schmand. Dass sich die Bezirksregierung auf eine solche Alternative einlässt, bezweifelt er jedoch. Entscheidend für diese Lösung seien nicht die Räume, sondern das Personal. Für den Unterricht am THG müssten bei fünf Eingangsklassen mehr Lehrer zur Verfügung gestellt werden. Schon allein deshalb wird die Bezirksregierung nach Einschätzung des Dinslakener Schuldezernenten bei ihren Plänen bleiben wollen. „Lehrerversorgung ist Sache des Landes“, erklärte Schmand. „Wir als Stadt halten uns da raus.“ Der Leiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums wollte sich gestern nicht zu dem Alternativvorschlag der THG-Schulpflegschaft äußern. „Ich habe mit der Bezirksregierung bis Mittwochabend Stillschweigen vereinbart“, erklärte Hans Drengemann. Detailinformation werde es erst bei der Informationsveranstaltung geben, zu der er für morgen ab 19.30 Uhr ins THG-Forum eingeladen hat. Gemeinsam mit Norbert Stirba, Fachdezernent des Schulministeriums, Eltern und Vertretern der Stadt werde man versuchen zu einer vernünftigen Lösung zu kommen. Schulpflegschaftsvorsitzende Birgit Vengels-Heinser hofft, dass es eine Lösung im Sinne der Eltern wird, die ihre 132 Kinder am THG angemeldet haben. „Warum sollten die Schulen weiterhin ihre verschiedenen Profile stärken, wenn die Eltern dann nicht frei wählen können?“, fragt sie in ihrem Schreiben an Ministerin Sommer.

Beraten, nicht entscheiden

Thomas Bullmann, ein betroffener Vater, der seine Tochter am THG angemeldet hat, sieht das genau so. Und er sieht noch mehr. Die Bezirksregierung könne in einer solchen Angelegenheit zwar beraten und koordinieren. Entscheiden dürfe sie laut Schulgesetz jedoch nicht.

(RP)