Eltern der Sekundarschule Dinslaken wenden sich an Petitionsausschuss

Hoffen auf Zweizügigkeit : Eltern der Sekundarschule Dinslaken wenden sich an Petitionsausschuss

Die Elternschaft der Friedrich-Althoff-Schule in Dinslaken hat sich an den Petitionsauschusss des nordrhein-westfälischen Parlaments gewandt. Zweizügigkeit soll gesetzlich ermöglicht werden, dafür werden weiter Unterschriften gesammelt.

Isabell Hochstrat, Vorsitzende des Fördervereins der Friedrich-Althoff-Sekundarschule, hat sich mit einem Schreiben an den Petitionsausschuss des Landtages Nordrhein-Westfalen gewandt. Im Namen der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern bittet sie darum, dass der Landtag in das Schulgesetz den Passus aufnimmt, dass Sekundarschulen auch zweizügig geführt werden dürfen. Hintergrund ist die drohende Schließung der Sekundarschule in Dinslaken, die aufgrund der aktuellen Anmeldezahlen die vorgeschriebene Dreizügigkeit nicht erreicht.

Die Elternschaft kämpft um den Fortbestand der Sekundarschule, veranstaltet Informationsstände, an denen sie über die Situation der Schule aufklärt, und sammelt Unterschriften von Bürgern, die sich ebenfalls für die Zweizügigkeit der Bildungseinrichtung einsetzen. Diese Unterschriftenlisten sollen demnächst dem bereits eingereichten Antrag an den Petitionsausschuss beigefügt werden, wie Isabell Hochstrat berichtet.

In ihrem Schreiben informiert die Elternvertreterin den Petitionsausschuss über die aktuelle Situation der Friedrich-Althoff-Schule und wie es zu der drohenden Schließung gekommen ist. Ein Gutachten, das die Stadt Dinslaken zur Schulentwicklung in Auftrag gegeben hatte, habe die Schließung beziehungsweise das Auslaufen der Sekundarschule empfohlen. „Das war 2016 und seitdem hat die Schule mit noch schlechteren Anmeldezahlen zu kämpfen“, so Isabell Hochstrat. Als Folge würden Eltern davon abgehalten, die Sekundarschule für ihre Kinder in Betracht zu ziehen, obwohl der Schule nachweislich „großartige Arbeit bescheinigt“ werde. In den vergangenen zwei Jahren habe die Elterninitiative sich für die Schule stark gemacht. Kritisiert wird, dass keine Entscheidung getroffen wurde. „Wir vermuten, dass Verwaltung und Politik diese aussitzen und man lieber abwarten wollte, bis die Bezirksregierung eine Entscheidung trifft“, argumentiert Isabell Hochtrat in der Petition.

Im April dieses Jahres lagen nur 42 Anmeldungen für die Friedrich-Althoff-Sekundarschule vor, „das war ein neuer Tiefstwert“. Daraufhin schrieb die Bezirksregierung Düsseldorf die Dinslakener Verwaltung an und forderte diese auf, schulorganisatorische Maßnahmen zu ergreifen, weil an der Sekundarschule erneut zu wenige Schüler angemeldet worden waren. Eine zweizügige Fortführung dieser Schule wurde nicht als eine Lösungsmöglichkeit angesehen. , da weiterhin die grundsätzliche Mindestgröße von drei Eingangklassen gelte. Die Kommune führte eine Befragung von Grundschuleltern durch und wollte wissen, an welcher weiterführenden Schule diese ihren Nachwuchs anmelden würden. Allerdings stand die Sekundarschule bei dieser Befragung nicht zur Wahl. Die Verwaltung wertete die Befragung aus und gelangte zu der Überzeugung,. dass in Dinslaken Bedarf nach weiteren Gesamtschulplätzen bestehe. Der Stadtrat fasste den Beschluss, dass die Verwaltung die Voraussetzungen für die Gründung einer neuen zweiten Gesamtschule zum Schuljahr 2020/21 prüfen soll. Zudem erging an die Verwaltung der Auftrag, einen Beschluss für eine sukzessive Auflösung der Friedrich-Althoff-Sekundarschule. vorzubereiten. Die Elternschaft der Sekundarschule sieht das Ergebnis der Befragung allerdings als „nicht so eindeutig“ an, denn „es gab keine klaren Aussagen über die Gründung einer Gesamtschule“.

Um die geplante neue Schule abzusichern, sind flankierende Maßnahmen vorgesehen. Die Verwaltung denkt an die Begrenzung der Zügigkeiten der weiterführenden Schulen. Zudem soll die Ernst-Barlach-Gesamtschule einmalig zwei zusätzliche Eingangsklassen aufnehmen, für die Realschule in Hiesfeld sind eine zusätzliche Eingangsklasse für das Schuljahr 2019/20 sowie die Einrichtung eines Hauptschul-Bildungsganges ab Klasse 7 im Gespräch.

Die vorgesehenen Veränderungen in der Schullandschaft haben nach Überzeugung der Sekundarschuleltern, für die Isabell Hochstrat spricht, für Unruhe gesorgt. „Die Gymnasien und die Realschule sehen in der Begrenzung der Zügigkeit ihrer Schulen einen Eingriff in die Wahlmöglichkeiten der Kinder mit Gymnasialempfehlung, die Eltern befürchten durch den geplanten Umzug der Schulen ihrer Kinder Qualitätseinbußen, auch Inklusion wird für Schulen mit Förderschwerpunkten schwierig umzusetzen sein.“

Isabell Hochstrat hofft auf einen Erfolg der Petition, denn „andernfalls ist unsere Dinslakener Sekundarschule nach nur sieben Jahren Geschichte“.