Unsere Woche : Nur im Dialog lässt sich eine akzeptable Lösung für die L 4n finden

In einer Verweigerungshaltung zu verharren und zu sagen „Ich will das aber nicht“, bringt niemanden weiter. Eine solche Einstellung führt meistens nur zu Frustrationen, wenn es dann anders kommt, als man es sich erhofft hat.

Ein Thema, das von etlichen Bürgern in Dinslaken und Hünxe äußerst kritisch und zum Teil ablehnend beurteilt wird, sind die Überlegung zur Schaffung einer neuen Verbindung zwischen der B 8 und der A 3, der sogenannten Landstraße L4n. Dinslakener Bürger erhoffen sich durch die neue Trasse eine Entlastung vorhandener Straßen, Hünxer Bürger, besonders die aus Bruckhausen, befürchten eine Zunahme des Verkehrs auf ihrem Gemeindegebiet. Etliche Bürger bezweifeln generell, dass die neue Verbindung überhaupt gebraucht wird. Und mit der angedachten Trassenführung an den Tenderingsseen vorbei haben sich die Planer schon bei all denjenigen unbeliebt gemacht, die dort oder in der Umgebung wohnen oder das Gebiet intensiv zur Naherholung nutzen. Inzwischen steht allerdings so gut wie fest, dass die L4n kommt. Die entscheidende Frage wird daher für viele sein, welche der möglichen Trassenführungen gewählt wird. Wie das Ergebnis auch lauten wird, es wird immer Gruppen geben, denen die gefällte Entscheidung gegen den Strich geht und die deshalb von ihnen weiterhin abgelehnt werden wird. Also wird es darum gehen, einen Kompromiss zu finden, der nach Möglichkeit von vielen mitgetragen werden kann, ohne dass sie sich überfahren oder gar nicht mitgenommen fühlen.

Die Kommunen Dinslaken und Hünxe, die sich vor Jahren in Sachen L4n selbst nicht einigen konnten, haben nun einen guten Weg beschritten, um ihre Bürger frühzeitig mitzunehmen. Sie setzen dabei gemeinsam auf frühzeitige Information und Transparenz. Der Dialog zur L4n wurde ins Leben gerufen. Als Modetor wählte man ein externes Büro. Die Auftaktveranstaltung, an der alle Interessierten teilnehmen konnten, hat stattgefunden. Vor den Sommerferien soll das Dialogforum L4n dann seine Arbeit aufnehmen. Diesem Kreis gehören neben Dinslaken und Hünxe, dem Landesbetrieb Straßen NRW und dem Kreis Wesel auch Anwohnerinitiativen aus beiden Kommunen, Bruckhausener Vereine, Umwelt- und Naturschutzorganisationen, örtliche Unternehmen und Landwirte sowie ausgeloste Bürgervertreter aus Dinslaken und Hünxe an. Dem Forum werden 30 Teilnehmer angehören, was eine überschaubare Größe ist und die Voraussetzung dafür bietet, dass in dem Gremium gearbeitet werden kann. Sicherlich werden auch im Forum die unterschiedlichen Meinungen aufeinander prallen, denn die Interessenlagen der Teilnehmer sind verschieden. Sie frühzeitig zusammenzubringen und in das Verfahren einzubinden, ist der richtige Weg, um im Dialog zu einer akzeptablen Lösung zu finden. Das kann die Bildung von Fronten verhindern.

Ich wünsche Ihnen ein schönes und erholsamens Wochenende.
Ihre Meinung? Schreiben Sie an. dinslaken@rheinische-post.de

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