Hünxe: Eine Geschichte, die seit 1978 währt

Hünxe : Eine Geschichte, die seit 1978 währt

Rudi Hartmann hat Angst um sein Haus "Am Brücksken 21" in Bruckhausen. Denn dort klafft im Bereich des gepflasterten Weges ein fast ein Meter tiefes Loch. Folgeschäden des Bergbaus? Die Untersuchungen laufen.

Vor dem Haus "Am Brücksken 21" in Bruckhausen ist der gepflasterte Weg zu einem Teil mit Flatterband abgesperrt. Einige Steine sind weggesackt, vor den Treppenstufen zur Eingangstür klafft ein fast ein Meter tiefes und knapp zwei Meter breites unterhöhltes Loch. Rudi Hartmann hat die Ausmaße mit seinem Zollstock gemessen. "Ich habe Angst um mein Haus", sagt der 79-Jährige. An weiteren Stellen auf dem Weg und zu seiner Garage haben sich bereits andere Steine leicht gesenkt. "Vermutlich Bergschäden", sagt Hartmann, doch so einfach ist die Sache nicht.

Vor etwa acht Wochen fiel dem Hobbyschnitzer auf, "dass einige Pflastersteine absacken". Die Vertiefungen verfüllte er mit Sand und Kies. Als langjähriges Mitglied im "Verband Bergbaugeschädigter Haus- und Grundbesitzer" (VBHG) informierte er die zuständigen Stellen für einen Ortstermin ("das Pflaster hat da noch gehalten") und fuhr mit seiner Frau vier Wochen in Urlaub. Ein technischer Angestellter vom Verband habe sich dann den Schaden angesehen. Folgeschäden des Bergbaus? - Tagesbrüche gebe es hier nicht, das Erdreich könne durch einen Rohrbruch weggespült worden sein, sei ihm von dem Technischen Angestellten gesagt worden. Vor einer Woche habe dieser dann zusammen mit einem RAG-Angestellten die Stelle besichtigt. "Der war skeptisch, dass es Folgeschäden des Bergbaus sind", so Hartmann.

Einen Tag später brachen die Steine ganz ein. "Ich sah das Ausmaß und bin als Grundstücksbesitzer sofort der Sicherungspflicht nachgekommen." Weitere drei Parteien wohnen dort an der Zuwegung unweit der Gaststätte Rühl.

Auch für ein Fahrzeug zum Be- oder Entladen ist der Bereich nun tabu, "das wäre viel zu gefährlich", sagt Hartmann, der schon den zweiten Aktenordner mit Schriftstücken angefangen hat. "Seit 1978 sind wir mit dem Bergbau zugange, wir hatten dreimal eine Großbaustelle, die erste Schadensregulierung hat fast ein Jahr gedauert." Der Bruckhausener nennt Schäden am Haus, im Keller, auf der Terrasse, an der Garagenauffahrt.

Am Freitag untersuchte eine Rohrreinigungsfirma den Schmutzwasserkanal vor Hartmanns Haus. "Die haben am Gully alles aufgerissen, auch unter der Garage sei etwas im Busch, Folgeschäden des Bergbaus."

Jetzt wartet Rudi Hartmann gespannt und mit Sorge auf das Ergebnis der Untersuchungen und wie eine mögliche Schadensregulierung aussehen könnte - inzwischen zum vierten Mal!

(RP)
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