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Analyse: Eine Dinslakenerin aus Überzeugung

Analyse : Eine Dinslakenerin aus Überzeugung

RP-Serie Jung und neu im Rat: Kristina Grafen, SPD Dinslaken

"Ich wollte der SPD helfen", sagt sie mit einem Lächeln auf die Frage, wann sie denn in die Partei eingetreten ist und was das Motiv für die Entscheidung war. Es war im Jahr 2009. "Adieu Volkspartei SPD" lautete damals beispielsweise die Schlagzeile des Stern nach der verheerende Niederlage, die die Partei bei der Europawahl im Juni 2009 eingefahren hatte. Im September 2009 bei der Bundestagswahl wurde es auch nicht besser, als die Partei ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis erzielte. Dass die Tatsache, dass zumindest Dinslakens SPD bei der Kommunalwahl im August 2009 erfolgreich war und das Bürgermeisteramt zurückeroberte, etwas mit dem Eintritt von Kristina Grafen zu tun hatte, würde diese wohl als erste entschieden zurückweisen.

Fakt aber bleibt, dass die SPD in der Tat jede Hilfe brauchte und um jeden, vor allem jungen Menschan dankbar war, der sich für sie engagierte. Vielleicht hängt es ja auch damit zusammen, dass sich die Hoffnung von Kristina Grafen erfüllte. "Ich bin schon mit der Absicht in die SPD eingetreten, in Dinslaken politisch etwas bewegen zu können", erzählt sie und erinnert sich daran, wie gut sie damals in der Partei aufgenommen wurde. Und die Partei gab ihr die Gelegenheit, politisch mitzumischen - zum Beispiel als Juso-Vorsitzende. Beim Dinslakener SPD-Nachwuchs ist sie zurzeit noch - genauso wie im Ortsverein Mitte - als Beisitzerin im Vorstand aktiv. Schließlich haben die Sozialdemokraten Kristina Grafen gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, für den Rat zu kandidieren. Sie konnte.

Jetzt ist die 25-jährige bei der Stadt Duisburg angestellte Verwaltungsfachwirtin das jüngste Mitglied der neuen SPD-Fraktion und von der in wichtige Ratsgremien entsandt: in den Finanz-, den Jugendhilfe- sowie den Planungs- und Umweltausschuss. Ein vielfältiges Aufgabengebiet, das natürlich auch einiges darüber aussagt, wie vielfältig die politischen Interessen Kristina Grafens sind. In Fragen der Finanzen fühlt sie sich - schon aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit - auf relative sicherem Terrain und will dazu beitragen, dass die Stadt ihre finanziellen Gestaltungsspielräume behält, weil sich nur unter diesen Bedingungen auch politisch gestalten lässt. In der Jugendpolitik will sie ihre altersbedingte Nähe zu den jungen Dinslakenern nutzen, um deren Interessen zu vertreten, auch wenn sie, wie sie betont, weiß, dass Ratsarbeit die Interessen aller Dinslakener im Auge haben muss. Ganz gespannt ist sie auf das, was im Planungs- und Umweltausschuss debattiert wird, auch wenn sie sich in diese Fragen erst noch intensiv einarbeiten muss. Und eines hat sie sich fest vorgenommen. "Ich werde nicht nur als Beobachterin im Rat sein", erklärt sie. Sie will aktiv Politik machen.

Kandidiert hat Kristina Grafen im Averbruch, und das ist für sie irgendwie auch programmatisch. "Geographisch bin ich etwas beschränkt", gibt sie lachend zu Protokoll. Sie ist Dinslakenerin von Geburt und aus Überzeugung. "Ich bin im Averbruch aufgewachsen", erzählt die Jungpolitikerin, die die Jeanette-Wolff-Realschule besucht und dann am Theodor-Heuss-Gymnasium ihr Abitur gemacht hat. "Und auch als ich zu Hause ausgezogen bin, bin ich im Averbruch wohnen geblieben."

Die Politik nimmt inzwischen einen großen Teil ihres Lebens ein, Kristina Grafen hat aber auch andere Interessen. So ist sie begeisterte Mountainbike-Fahrerin, war gerade in Österreich auf Tour und freut sich, dass es auch in Dinslaken und Umgebung genug Strecken gibt, auf denen sie ihrem Hobby frönen kann.

Ach ja, noch etwas, weil sie das immer gefragt wird. Mit dem Dinslakener Sozialdemokraten Jürgen Grafen ist sie nicht verwandt, ihre Begeisterung für die Politik ist in der Schule entstanden.

(RP)