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Dinslaken: Eine Dezernentin räumt auf

Dinslaken : Eine Dezernentin räumt auf

Das Dinslakener Museum wird wegen Sanierungsarbeiten eine geraume Weile schließen müssen. Die auch für die Kultur zuständige Beigeordnete Christa Jahnke-Horstmann will die Zeit nutzen.

"Wir sammeln zu viel." Christa Jahnke-Horstmanns Befund fällt eindeutig aus. Und ihre Schlussfolgerung auch: "Der Sammlungsbestand des Museums muss deutlich gestrafft werden. Das will Dinslakens Erste Beigeordnete, in deren Verantwortungsbereich auch das Museum fällt, nun gemeinsam mit der Politik angehen.

Bislang ist das Museumsgut des Voswinckelshof über die Stadt verteilt untergebracht. In der Tiefgarage ist etwas gelagert, in der ehemaligen Glückauf-Schule und im Haus Brandenburg auf dem Gelände an der Fliehburg. Die ehemalige Schule soll bekanntlich abgerissen werden, also muss ein neues Lager gefunden werden. Die Verwaltung, so erklärte Jahnke-Horstmann gestern in einem Pressegespräch, denke daran, ein weiteres Gebäude an der Fliehburg anzumieten, so dass dort dann die Museumssammlung komplett untergebracht werden kann, allerdings nicht in dem Umfang, den sie heute hat. Denn sie ist nach Einschätzung der Beigeordneten zu umfangreich und zu unstrukturiert. So gebe es beispielsweise eine Vielzahl Bauernschränke oder umfangreiche archäologische Exponate, sprich: Knochen, "die wir nie werden zeigen können". Christa Jahnke-Horstmann will da Ordnung hinein bringen und fühlt dabei den "Rückenwind aus der Politik". Bekanntlich besteht ja ein Arbeitskreis aus Politik und Verwaltung, der sich mit den Fragen rund ums Museum beschäftigt.

Angesichts dieser Überlegungen trifft es sich, dass das Museum ohnehin für eine geraume Weile wird geschlossen werden müssen, weil beispielsweise der Eingangsbereich, in den es hineinregnet, saniert werden muss. Die Zeit soll genutzt werden, um gleich mehrere Aufgaben abzuarbeiten. So soll ein neues Konzept für die künftige Dauerausstellung im Voswinckelshof, neben der es natürlich auch weiter Sonderausstellungen geben werde, entwickelt werden. Dies Konzept soll dann Grundlage für ein gezielteres Sammeln sein und für die Bewertung der zurzeit vorhandenen Stücke. Die sollen während der Schließung des Museums inventarisiert werden, um dabei gleichzeitig zu entscheiden, von welchen Stücken man sich vor dem Hintergrund des neuen Ausstellungskonzeptes trennen kann. Diese Stücke sollen dann zunächst einmal anderen Museen angeboten werden, zu deren Ausstellungskonzepten sie passen. Jetzt soll zunächst ein Zeitplan für das gesamte Vorhaben erarbeitet werden.

Eine weitere Baustelle will Jahnke-Horstmann gemeinsam mit ihrem Kollegen vom technischen Dezernat, Dr. Thomas Palotz, zügiger abarbeiten – die Neugestaltung der Bibliotheksfassade. Dort müssen die eingelassenen Blumenkästen entfernt werden, weil sie im Innern Feuchtigkeitsschäden verursachen. Palotz hatte, wie berichtet, vorgeschlagen, sie mit farbigen Paneelen zu ersetzen. Zur Erarbeitung eines Farbkonzepts hat die Verwaltung den Dinslakener Farbgestalter Professor Friedrich Schmuck eingeschaltet. Wie Jahnke-Horstmann berichtete, zeichnet sich inzwichen ein Konzept ab, das dem Kulturausschuss im Oktober vorgestellt werden soll. Die Beigeordnete hofft, dass dann noch in diesem Jahr mit der Umsetzung begonnen werden kann. Im Zuge der Fassadengestaltung soll auch der Eingangsbereich von Bibliothek und Bürgerbüro freundlicher, heller und besser beleuchtet werden.

(RP)