Dinslaken: Einbrecher stehlen Weihnachtsgeschenke

Dinslaken : Einbrecher stehlen Weihnachtsgeschenke

Unbekannte räumen am helllichten Tag Haus an der Tackenstraße in Barmingholten aus. Sie klauen Spardosen, Kameras, Schmuck, Fotos und nehmen sogar Liebesbriefe mit.

Als Sandra Busack am Dienstag mit ihrer Tochter nach der Schule nach Hause kam, wunderte sie sich über das geöffnete Gartentor. "Ich dachte zuerst, mein Mann sei schon da." Dann bemerkte sie die aufgebrochene Terrassentür. Am helllichten Tag, morgens zwischen 9.30 und 9.45 Uhr, hatten Einbrecher das ganze Haus an der Tackenstraße geplündert und alles, einfach alles, was der Familie lieb und teuer war, mitgenommen. Auch die Weihnachtsgeschenke für die Kinder. Und das fünf Tage vor Weihnachten.

"Geh raus", habe sie ihrer Tochter zugerufen, erzählt die 42-Jährige, "ich schaue erstmal nach." Sie ging durchs Haus. "Die Einbrecher waren überall", sagt sie. Vom Keller bis zu den Kinderzimmern. Und sie haben alles mitgenommen, was von materiellem, aber auch ideellem Wert ist. "Fotoausrüstungen, Camcorder, Laptop, das Handy unserer Tochter, mein Wintermantel, meine Uhrensammlung, zehn Uhren, Ice Swatch, Cluse, Fossil, Breitling", zählt Sandra Busack auf. Auch der Ring, den ihr Mann ihr zum Zehnjährigen geschenkt hat, ist weg. "Ein ganz zarter Goldring mit einem auffälligen großen Brillanten", beschreibt sie das Schmuckstück.

Sogar die Spardosen der Kinder haben die Täter mitgenommen - gut gefüllt, schließlich ist bald Weihnachten und "die Großeltern waren schon da", sagt die Mutter. 250 Euro waren in beiden Sparschweinen, im großen Sparschwein der Eltern war das Urlaubsgeld. 2000 Euro sind weg, der Urlaub ist gestrichen. Und natürlich hatte die Mutter schon Weihnachtsgeschenke für die Verwandten - gerahmte Familienfotos - und für die Kinder besorgt: Ihre Tochter hatte sich Tickets für die Beauty-Messe Glow in Dortmund gewünscht, außerdem sollten die Kinder eine Musikanlage bekommen, die Eltern wollten sich selbst Konzertkarten für Clueso schenken - alles weg. Ihren Wintermantel nahmen die Einbrecher ebenso mit wie die Erinnerungskiste ihres Mannes: "Da waren Erinnerungsstücke von Anbeginn unserer Beziehung drin, Liebesbriefe, Urlaubskarten, alte Konzertkarten."

Wahrscheinlich, so glaubt die 42-Jährige, haben die Täter alles eingepackt, was ihnen vor die Nase kam "und nun sortieren sie aus." Damit sie mehr raffen können, haben die Unbekannten sogar Koffer, Rucksäcke und Sporttaschen der Familie benutzt, auch ein Kissenbezug diente offenbar als Transportmittel.

Die Täter waren besonders dreist: Sie haben mit einem silbernen Kleinwagen direkt in der Garagenauffahrt des Hauses geparkt. Weil auch Sandra Busack ein silbernes Auto fährt, war einer älteren Nachbarin nur aufgefallen, dass der Wagen so komisch schief und der Kofferraum offen stand. Erst als zwei junge Leute mit Kapuzen aus dem Haus kamen, wurde sie misstrauisch und schrieb sich schnell noch einen Teil des Auto-Kennzeichens auf. Dass die Täter kurz vor dem Fest gekommen sind, sei kein Zufall, sagt die Polizei. "Gerade vor Weihnachten schlagen Einbrecher gern zu", sagt Andrea Margraf, Sprecherin der Kreispolizeibehörde. Die Täter wüssten, dass in der Vorweihnachtszeit Geld im Haus sei, Geschenke, häufig technische Geräte, schon gekauft worden seien, so Margraf. Dabei spiele weder die Tageszeit noch die Wohnung eine Rolle: Die Täter kommen tags und nachts und es sei auch egal, ob man in einem Mehrfamilien- oder Einfamilienhaus wohne. Wichtig seien aufmerksame Nachbarn, die die Polizei rufen, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken, besser einmal zuviel als einmal zuwenig. "Passen Sie aufeinander auf, achten Sie auf Nachbarhäuser, wenn Sie wissen, dass Nachbarn arbeiten sind," appelliert sie. Allein am Dienstag seien im Kreis Wesel 15 Einbrüche oder Einbruchsversuche verübt worden.

Die Busacks bitten die Bürger, in sozialen Netzwerken und auf Verkaufsplattformen die Augen offen zu halten. Vielleicht werde ja Diebesgut zum Kauf angeboten. Natürlich hatten sie auch Fotos von den geklauten Gegenständen - auf dem ebenfalls gestohlenen Laptop. Dort waren auch alle Familienfotos abgespeichert: "Die wissen jetzt nicht nur, wo wir wohnen, sondern auch, wie wir aussehen." Zumindest den Kindern wollen sie nun neue Weihnachtsgeschenke besorgen. "Sie sollen nicht noch mehr darunter leiden", so die Mutter. Denn dass Fremde im ganzen Haus waren, alles angefasst haben, das sei schon schlimm genug. Die Tochter hatte abends Angst, einzuschlafen.

(aha)