Dinslaken: Ein Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung schaffen

Dinslaken: Ein Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung schaffen

Der Integrationsbeauftragte der Stadt Dinslaken war zu Gast bei "Pinos Treff" in der Blauen Bude in Lohberg. Hier diskutierte er mit den Besuchern.

"Mein Traum wäre, dass es irgendwann keinen Integrationsbeauftragten mehr gibt", sagt Senol Keser. Nun möchte der Integrationsbeauftragte der Stadt Dinslaken nicht arbeitslos werden, sondern würde sich einfach nur über eine Gesellschaft freuen, in der es seinen Job nicht mehr bräuchte. Der studierte Germanist, Soziologe und Journalist arbeitet seit Dezember des vergangenen Jahres als Integrationsbeauftragter und gibt sich bei "Pinos Treff" redefreudig.

Im Zwiegespräch mit Gastgeber Giuseppe Peppino "Pino" Juliano stellt der Gast sich erst selbst vor und dann einige seiner Ideen für Dinslaken. "Es gibt keine Patentrezepte für bestimmte Themen. Man muss erstmal schauen, was vor Ort funktioniert", sagt er. Deswegen möchte er auch mit kleineren Projekten starten. Er möchte ein Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung gründen, in dem sich wichtige Akteure in der Stadt unterhalten und gemeinsam Aktionen durchführen. "Mein Wunsch wäre es, eine Beschwerdestelle für Diskriminierung und Rassismus einzurichten", sagt er. Zum einen, um konkrete Probleme zu klären, aber auch, um Zahlen zum Thema zu sammeln und für diese Problemlage zu sensibilisieren.

  • Dinslaken : Pino plaudert in der Blauen Bude

Bei "Pinos Treff" in der Blauen Bude sitzen Gast und Besucher an einem Tisch und unterhalten sich. Senol Keser erzählt, dass er schwerpunktmäßig am liebsten mit Jugendlichen arbeiten möchte. "Ich denke, gerade mit Jugendlichen ist viel machbar", erklärt er. So möchte er junge Flüchtlinge mit deutschen Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zusammenbringen. Dabei formuliert er seine Projektideen bewusst immer sehr offen. "Die Jugendlichen sollen sich selbst mit einbringen können", sagt er. Man redet aber auch über Themen wie Integration und Probleme zwischen Deutschen und Migranten. Hier berichtet Pino Juliano, der als Sohn eines italienischen Gastarbeiters in Deutschland aufwuchs und selbst Diskriminierung erfuhr, von seinen Erfahrungen. "Als die Türken kamen, ließ der Druck auf uns Italiener nach. Da waren wir plötzlich die Guten", erinnert er sich. Die Teilnehmer der Gesprächsrunde reden über Spracherwerb, die Situation von Einwanderern in Deutschland und in anderen Ländern und über die Situation in Lohberg. Am Ende ist man sich zumindest in einer Sache ziemlich einig: Der Traum von Senol Keser, dass es irgendwann keinen Integrationsbeauftragten mehr braucht, wird wohl in den kommenden Jahren noch nicht in Erfüllung gehen.

(RP)
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