Dinslaken: Ein Korsett auch für den Mann

Dinslaken: Ein Korsett auch für den Mann

Ilona Sehic hat sich einen Traum erfüllt und ein kleines Geschäft eröffnet, dem sie den Namen "Les Corsets" gegeben hat. Dort bietet die 35-Jährige Korsetts an. Maßanfertigungen aus eigener Werkstatt und Konfektionsware.

"Les Corsets" nennt sich das neue Geschäft, das Ilona Sehic an der Friedrich-Ebert-Straße 74 a, in dem kleinen Ladenlokal direkt neben der Deutschen Bank, eröffnet hat. Die 35-Jährige bietet dort Korsetts an, nach Maß oder Konfektion – je nach Wunsch der Kundschaft. Schmunzelnd berichtet die Unternehmerin, dass die ersten drei Interessenten, die in ihren Laden kamen, Männer waren, die sich dort einmal umsehen und unverbindlich informieren wollten.

Nichts Ungewöhnliches. Ilona Sehic weiß, dass "manche Männer ein Korsett tragen, um im Anzug eine bessere Figur zu machen, zumeist sind es Geschäftsleute". Auch die männliche Klientel will Ilona Sehic als Kunden gewinnen. Etliche Frauen betraten nach einem Blick in das Schaufenster des erst wenige Wochen alten Geschäftes neugierig den Verkaufsraum und ließen sich dann von der Inhaberin zeigen, welch eine Vielfalt von Korsetts es gibt und wie man sie trägt.

"Ein Korsett bewirkt eine Taillenreduktion von zehn Zentimetern und verleiht einer Frau ein anderes Körpergefühl, sie geht aufrechter und wird selbstbewusster", sagt die 35-Jährige, die manchmal selbst ein solch modisches Mieder trägt.

Längst sind die Zeiten vorbei, da Frauen ein Korsett unter der Kleidung versteckten. Inzwischen gibt es wahre Prachtstücke, die sichtbar auch zur eleganten Abendgarderobe passen und beispielsweise mit einem Bolero-Jäckchen kombiniert werden können. "Viele Frauen, die ein Korsett tragen, wollen Blicke auf sich ziehen – und die Menschen gucken hin, egal ob Männer oder Frauen", weiß Ilona Sehic. Die Maß-Korsetts fertigt die Jungunternehmerin in der zum Geschäft gehörenden Werkstatt selbst an. Sie verarbeitet nur spezielle Stoffe von einem europäischen Hersteller.

Waren die eingesetzten Stäbe früher aus echtem Fischbein, wird inzwischen Federstahl verwendet. Die Konfektionsware stammt überwiegend von einem Berliner Label. Änderungen und Reparaturen führt die Inhaberin ebenfalls selbst aus.

Als gelernte Bandagistin arbeitete Ilona Sehic früher in Düsseldorf im Orthopädiebereich und fertigte Stützmieder für Männer und Frauen mit Rückenproblemen an. Damals wurde der Grundstein für ihre Liebe zum modischen Korsett gelegt, die sie dann später für Freundinnen und Bekannte nähte. Schließlich fasste sie den Entschluss, ihr eigenes Korsett-Geschäft zu eröffnen. 15 bis 20 Stunden benötigt die 35-Jährige für die Anfertigung eines solchen Teils, das dann ab 350 Euro kostet – je aufwändiger desto teurer. "Leute, die dieses Kleidungsstück lieben, sparen oftmals darauf hin, um sich etwas Besonderes zu gönnen", weiß die Geschäftsinhaberin.

(RP)