Voerde: Ein Einzelkämpfer mit viel Idealismus

Voerde: Ein Einzelkämpfer mit viel Idealismus

Patrick Hanraths kandidiert für das Bürgermeisteramt, um den Voerdern eine weitere Wahlmöglichkeit zu bieten.

Illusionen gibt er sich nicht hin. Patrick Hanraths weiß, dass seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Voerde "ohne echte Aussicht auf Erfolg" ist. Denn seine Mitbewerber sind die Verwaltungsexperten Simone Kaspar (unterstützt von CDU und FDP) und Dirk Haarmann (SPD). Dennoch ist Hanraths als parteiloser Einzelkämpfer angetreten, hat die notwendigen Unterschriften bei Voerder Bürgern gesammelt, wurde als Einzelbewerber zugelassen und befindet sich seither im Wahlkampf. Der 38-Jährige stellt sich den Bürgern vor, verteilt seine Flyer, steht auf den Märkten an seinem Stand, nimmt an Podiumsdiskussionen teil und spricht mit den Voerdern, wo immer sich ihm die Gelegenheit dazu bietet.

Als die Grünen, Die Linke und WGV einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten per Anzeige suchten, gewann Patrick Hanraths Gefallen an der Idee. Er stellte sich der Jury der drei Gruppierungen, konnte diese aber nicht überzeugen. Da entschloss er sich, es als Einzelbewerber zu versuchen. Seine Motivation? "Purer Idealismus. Ich will den Voerder Bürgern eine weitere Wahlmöglichkeit bieten. Für mich selbst ist die Kandidatur eine persönlichkeitsbildende Maßnahme. Der größte Gewinn, den ich daraus ziehen könnte, wäre eine reaktivierte Bürgerschaft", erklärt Hanraths, der sein Engagement auch als persönlichen Beitrag gegen die allgemeine Politikmüdigkeit versteht. Er will andere motivieren, sich ebenfalls zu engagieren.

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Sollte Hanraths zum Bürgermeister gewählt werden, will er fehlende Verwaltungserfahrung durch Kreativität wettmachen. Ihm geht es um "praktische, basisnahe Lösungen, nicht um die große Politik". Er verkörpere mehr die Bürgernähe. Dazu gehört für ihn, dass er bei Planungsverfahren mit den Betroffenen vor Ort diskutieren würde, denn nach seiner Einschätzung fühlen sich viele Bürger schlecht informiert.

Für Patrick Hanraths ist seine Kandidatur eine Neuorientierung. Die Zeit für seinen Wahlkampf kann er sich nehmen, da der Diplom-Ingenieur, der bei dem stillgelegten Unternehmen TSTG Schienen Technik in Duisburg arbeitete, sich nun in einer Transfergesellschaft befindet und sich beruflich neu aufstellen will. Dazu gehört, dass er Politikwissenschaften an der Fernuni in Hagen studiert. Ein großer persönlicher Erfolg wäre es für Patrick Hanraths, wenn er bei der Bürgermeisterwahl ein zweistelliges Ergebnis (zehn bis 12 Prozent) erreichen würde und eine Stichwahl der beiden Spitzenkandidaten erforderlich wäre. Für die Zukunft plant er, sich weiterhin kommunalpolitisch zu betätigen, möglicherweise bei der UBV in Dinslaken. Einer Partei will er nicht beitreten.

(RP)
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