Dinslaken/Voerde/Hünxe: Ein Bett für Obdachlose in der Herberge

Dinslaken/Voerde/Hünxe: Ein Bett für Obdachlose in der Herberge

Die klirrende Kälte mit Minustemperaturen, die in der vergangenen Woche herrschte, führte nicht dazu, dass Obdachlose verstärkt bei den Kommunen nach Schlafplätzen nachfragten. Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden.

Sie trägt den Namen Herberge - die Notunterkunft für obdachlose Menschen, die sich an der Siegfriedstraße 38 in Dinslaken befindet. Dort erhalten Männer und Frauen, die keine Wohnung haben, also auf der Straße leben, einen Schlafplatz - wenn sie dies wollen. "Aktuell wird die Herberge von fünf Menschen genutzt", erklärte gestern Marcel Sturm, Pressesprecher der Stadt Dinslaken, auf Nachfrage. In der Notunterkunft können die Obdachlosen nicht nur schlafen, sie haben auch die Möglichkeit, sich dort tagsüber aufzuhalten, wenn arktische Temperaturen mit Minusgraden weit unter dem Gefrierpunkt herrschen, Schnee oder Dauerregen die Wohnungslosen eine Zuflucht suchen lassen.

In der Vergangenheit nutzten in den Wintermonaten fünf bis sieben Menschen das Angebot der Herberge, wie Sturm berichtete. Die vorhandenen Kapazitäten der Notunterkunft sind damit noch nicht ausgeschöpf, denn sie bietet Platz für elf Menschen. Generell erfolgt die Unterbringung dort in Doppelzimmern, aber auch eine Einzelunterbringung ist möglich, wenn jemand beispielsweise extrem laut schnarcht. Die Nutzung der Herberge ist für die Obdachlosen kostenfrei. "In der Regel sind die Angebote bekannt. Bei den Menschen, die auf der Straße unterwegs sind, spricht sich rum, wo sie einen Schlafplatz bekommen können", so Sturm. Wohnungslose werden im Hardtfeld untergebracht, gegenwärtig etwa 20 Menschen. Dort hat die Stadtkleinere kleiner Wohneinheiten. Es gibt Ehepaare, die leben bereits einige Jahre dort.

Die klirrende Kälte, die in der vergangenen Woche herrschte, hat in Voerde keine Obdachlosen dazu gebracht, bei der Stadtverwaltung nach einem Schlafplatz zu fragen. "Dieses Problem haben wir nicht. In der Regel sind davon größere Städte betroffen", erklärte Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann. Man sei natürlich sehr froh darüber, nicht in der Situation zu sein, dass es in Voerde Menschen gibt, die kein Dach über dem Kopf haben, auf der Straße leben und bei Minustemperaturen zu erfrieren drohen. Diese Problematik sei bislang noch kein Thema gewesen.

Doch auch in Voerde gibt es Menschen, die ihre Wohnung verlieren, keinen Ersatz finden und dann obdachlos sind. Deshalb hält die Kommune räumliche Kapazitäten für Wohnungslose an fünf Standorten vor. Dort können sie bleiben, bis sie neuen Wohnraum gefunden haben. Wie der Verwaltungschef weiter berichtete, hat Voerde 25 Plätze für Wohnungslose, davon sind gegenwärtig acht belegt.

"Es sind wirklich nur Einzelfälle, es kommt kaum vor, dass wir obdachlose Menschen unterbringen müssen", erklärte Klaus Stratenwerth, allgemeiner Vertreter des Hünxer Bürgermeisters. Gegenwärtig gibt es nach seinen Worten einen solchen Fall. Zur Unterbringung von Obdachlosen stehen in Hünxe zwei bis drei Zimmer in gemeindlichen Einrichtungen zur Verfügung, wie Stratenwerth sagte. Nach seiner Erfahrung würden sich Obdachlose zum Lühlerheim in Schermbeck orientieren. Diese Einrichtung der Diakonie ist für Menschen gedacht, die besondere Unterstützung benötigen. Dort finden sie ein Zuhause, wo sie bleiben können - sei es auf Zeit oder auf Dauer.

(hsd)