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Ehrenamtliche unterwegs - Frühjahrsputz in der Region

Müllsammelaktion in Hünxe : Frühjahrsputz in der Region

In Hünxe rückten die Bürger am Samstag zur jährlich stattfindenden Müllsammelaktion aus – und sie trugen jede Menge Abfall zusammen. Aber auch in Dinslaken und Voerde gibt es regelmäßige Aufräumaktionen.

Es ist ein ungewohntes Bild, das sich Autofahrern auf der Weseler Straße in Hünxe zwischen Autobahn und Ortskern bietet. Auf beiden Seiten der Straße sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr unterwegs, schleppen große Säcke am Straßenrand entlang. Einer der Jugendlichen trägt gar einen Leitpfosten in der Hand. Doch handelt es sich hier nicht um einen Einsatz der Jugendfeuerwehr. Zumindest nicht direkt. Die Jugendlichen nehmen zum ersten Mal an der Aktion „Saubere Landschaft“ teil, bei der die Vereine in der Gemeinde Müll sammeln. „Wir haben reichlich Müll gefunden. Wir haben zwischendurch schon einige Male die Mitarbeiter des Bauhofs angerufen, damit sie den Müll abtransportieren können“, verrät Hermann Hähnel, der gemeinsam mit Torben van Laak die Jugendlichen betreut. Die haben nicht nur einen Leitpfosten aufgesammelt, sondern auch ein Bockskelett und diverse Reifen gefunden. „Außerdem Glasflaschen ohne Ende“, sagt Hermann Hähnel.

Die haben auch die fleißigen Helfer der Aktion aufgesammelt, die in Bucholtwelmen unterwegs waren und sich zum Abschlusstreffen der Helfer am Bauhof Hünxe eingefunden haben, wo Suppe, Brötchen und Getränke auf die Helfer warten. „Es ist allgemein weniger Müll geworden“, berichtet Heike Fornahl vom Sportverein Bucholtwelmen, die im Ortsteil mit aufgeräumt hat. „Allerdings lag am Kanal jede Menge Müll. Vor allem Bauschutt war da unheimlich viel. Ich denke, den könnte man auch ordentlich entsorgen“, sagt sie. Auch die Fußballabteilung des STV Hünxe hat ordentlich gesammelt. „Es waren vor allem Zigarettenstummel, die wir gefunden haben“, berichtet Hermann Walbrodt. „Aber natürlich hatten wir auch einige Highlights wie einen Feuerlöscher und einen Helm mit dabei“, ergänzt Axel Felske, der ebenfalls zur Fußballabteilung des STV Hünxe gehört.

 Bürgermeister Dirk Buschmann (links) gab am Bauhof Hünxe selbst Suppe an die fleißigen Helfer der Aktion „Saubere Landschaft“ aus.
Bürgermeister Dirk Buschmann (links) gab am Bauhof Hünxe selbst Suppe an die fleißigen Helfer der Aktion „Saubere Landschaft“ aus. Foto: Martin Büttner
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Bürgermeister Dirk Buschmann, der den fleißigen Müllsammlern persönlich die Suppe einschenkt, freut sich über die rege Beteiligung der Hünxer Vereine an der Aktion. „Jeder hat es gerne schön und es ist toll, wenn es Vereine gibt, die sich da engagieren“, sagt er. „Das zeigt, dass es Menschen gibt, die sich für die Gemeinschaft einsetzen und Verantwortung übernehmen“, sagt Buschmann weiter. Dabei stellt Hünxes Bürgermeister schon eine Veränderung fest, die er der Müllsammelaktion mit zuschreibt. „Der Umgang mit dem Müll hat sich verbessert“, sagt er und verweist dabei auch auf die Aktivität des Bauhofs, der mit dem Mängelmelder der Gemeinde auf Müllhalden in der Natur hingewiesen werden kann und diese dann zeitnah beseitigt.

Aktionen wie die in Hünxe gibt es dabei auch in den Nachbarkommunen, zu ganz unterschiedlichen Terminen. In Voerde finden verschiedene Aktionen statt. „Die gibt es bei uns schon seit Jahren“, erklärt Bürgermeister Dirk Haarmann. „Wir machen das jedes Jahr im Frühjahr, bevor alles grün wird und man nichts mehr sieht.“ Erfreulicherweise legten die Vereine dabei selbst großes Engagement an den Tag, sie haben die Regie in den Ortsteilen. „In der Stadtmitte wird das von der Stadt organisiert“, erklärt Dirk Haarmann. Auch hier gibt es, wie in Hünxe, Suppe zur Belohnung für die Helfer.

In Dinslaken gibt es den organisierten „Frühjahrsputz“ unter dem Titel „Picobello“ nur alle zwei Jahre. Dafür aber in größerem Umfang: Die Aktion nimmt dann eine ganze Woche ein und am Ende gibt es ein Fest.„Das ist eine riesige koordinatorische Leistung“, so Marcel Sturm, Pressesprecher der Stadt. „Wir sind da oft Monate vorher schon in Besprechungen.“ Jährlich sei das einfach nicht zu stemmen. Im Jahr 2018 haben in Dinslaken 47 Gruppen mit insgesamt 1600 Menschen mitgemacht, zwei Jahre zuvor waren es 34 Gruppen und 1200 Helfer. Natürlich gäbe viel öfter Grund zum Aufräumen, bestätigt Sturm. Aber es gehe nicht allein darum, Abfall wegzuschaffen. Der noch wichtigere Zweck sei es, das Problem des wilden Mülls ins Blickfeld zu holen. Und darauf wolle man in Dinslaken nicht einmal im Jahr mit einer Aktion reagieren, sondern regelmäßig. „Wir wollen immer wieder Aufmerksamkeit schaffen“, sagt Sturm.