Ehepaar Ströfer feiert in Dinslaken Diamanthochzeit

Nach der Hochzeit in den Westen geflüchtet : Ströfers feiern Eiserne Hochzeit

In Dinslaken haben Gertrud und Erich Ströfer ihr Glück gefunden. Seit 65 Jahren schon sind sie verheiratet.

In eiserner Treue halten Gertrud und Erich Ströfer seit 65 Jahren zusammen, haben Höhen und Tiefen in ihrem Leben erlebt. Heute feiern sie gemeinsam ihre Eiserne Hochzeit. Kennengelernt hat sich das Jubelpaar am Arbeitsplatz in einer Wasserfabrik in Bad Lauchstädt in der ehemaligen DDR. „Wir kommen beide aus dem Osten, ich bin gebürtige Schlesierin, mein Mann stammt aus Sachsen“, erzählt Gertrud Ströfer. Erich hat als Schlosser in der Fabrik gearbeitet, sie in der Fabrik als Arbeiterin. Seit 1905 war das Bad Lauchstädter Heilwasser abgefüllt worden.

Geheiratet hat das Paar 1954, die Tochter wurde geboren, die Situation im Osten spitzte sich zu und Gertrud und Erich Ströfer flohen mit ihrer kleinen Tochter 1955 in den Westen. Erst nach West-Berlin, dann nach Dinslaken, denn hier auf dem Schacht Lohberg fand Erich Ströfer Arbeit. „Ich zog dann mit meiner Tochter nach“, berichtet Gertrud Ströfer. Hier kam die zweite Tochter zur Welt. 1963 seien sie nach Hiesfeld gezogen und leben jetzt in einem Altenheim.

Es sei schon eine aufregende Zeit gewesen, damals. Die Flucht in den Westen war nicht einfach, doch bereut haben es die Ströfers nie. „Wir dachten damals, wer weiß, wie lange es noch gut geht. Wir mussten uns nachts durchschlagen“, erinnert sie sich. „Ich habe Angst gehabt, auch wenn sie Frauen mit Kinderwagen nicht so genau kontrollierten. Wir haben Glück gehabt.“ Als die Mauer Jahrzehnte später fiel, hegten sie zwiespältige Gefühle. Einerseits waren sie froh für all diejenigen, die gelitten hatten, andererseits wurden sie nun auch mit den Tätern konfrontiert. „Das war schlimm für uns.“

Gefeiert wird mit den beiden Töchtern, den Schwiegersöhnen, den beiden Enkeln und engen Freunden im Altenheim.

(big)
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