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Efi Latsoudi berichtet in der Dinslakener Stadtkirche über ihr Flüchtlingsprojekt

Camp Moria : Lesbos – Endstation für Gestrandete

Efi Latsoudi berichtet in der Dinslakener Stadtkirche über ihr Flüchtlingsprojekt auf der griechischen Insel. Interessierte lädt sie ein, das Camp zu besuchen.

„Sie sind geflohen, weil sie Schutz erhofften und erleben Beschädigung und Warten.“ So beschrieb Efi Latsoudi, Leiterin von Lesvos Solidarity, bei einer Veranstaltung des Evangelischen Kirchenkreises und des Eine-Welt-Ladens in der Dinslakener Stadtkirche die Auswirkung der Zustände im Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Ägäisinsel Lesbos.

Ursprünglich war das Camp für 3000 Flüchtlinge konzipiert mit einem Aufenthalt für wenige Tage. Aktuell leben aber 5000 Menschen dort – für Monate oder Jahre. Das Camp ist zur Endstation für viele Gestrandete geworden. Es fehlt an allem, an Ärzten, an Essen, an menschenwürdiger Unterbringung. „Ich habe viele Menschen erlebt, die in gutem gesundheitlichem Zustand gekommen sind und krank wurden im Camp, vor allem krank an ihrer Seele“, sagt Latsoudi. „Das Warten macht sie krank.“

Dadurch wuchs bei Efi Latsoudi und ihren Leuten der Wunsch, Licht in dieses Dunkel zu bringen. Sie engagieren sich seit 2001 für die Flüchtlinge, bauten Integrations- und Bildungsprojekte für die besonders Gefährdeten auf: Kranke, Schwangere oder junge Mütter. So etwa das Projekt der Safe-Passage-Bags. Dort werden aus Schwimmwesten, die Flüchtlinge bei ihrer Überfahrt übers Mittelmeer getragen haben, Taschen genäht und verkauft. Das schafft nicht nur Jobs. Es gibt den Betroffenen auch ihre Würde und damit ihre Kraft zurück. Darüber hinaus sind diese Taschen auch ein Symbol für die Forderung, dass kein Mensch bei der Überfahrt sterben sollte.

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Im so genannten Mosaik-Center, einem selbstorganisierten Flüchtlingszentrum, bietet Lesvos Solidarity für die Menschen psychosoziale Hilfe, Rechtsberatung und kreative Aktivitäten. Durch Kultur- und Bildungsangebote sollen Integrationsprozesse erleichtert werden, da es ein Konzept zur Integration seitens der griechischen Regierung nicht gibt.

Das Besondere an den Projekten von Lesvos Solidarity aber ist das Konzept der Gemeinsamkeit. So ist das Taschenprojekt oder auch ein selbst organisierter Kindergarten nicht nur für Flüchtlinge gedacht. Dort arbeiten und leben Flüchtlinge und Einwohner der Insel Lesbos zusammen. „Nur mit diesem gemeinsamen Weg können wir gewinnen“, so Efi Latsoudi. Denn auch auf Lesbos kippt wie in ganz Europa die Stimmung gegen Geflüchtete immer mehr.

Der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken und seine Gemeinden wollen mit Spenden zwei ganz konkrete Ziele von Lesvos Solidarity unterstützen: zum einen Fahrkarten vom Flüchtlingscamp zum etwa elf Kilometer entfernten Mosaikcenter oder Dolmetscher für Geflüchtete. Der Eine-Welt-Laden Dinslaken unterstützt weiterhin das Taschenprojekt durch den Verkauf der Safe-Passage Bags.

Mindestens genauso wichtig, so Latsoudi, sind aber Begegnungen. Darum lädt sie Interessierte ein, das Camp zu besuchen, so wie die siebenköpfige Delegation aus Dinslaken es im vergangenen Herbst getan hat mit einer von Pro Asyl organisierten Reise.

Auf dieser Reise sind zahlreiche Beziehungen gewachsen – und auch starke Solidarität über Grenzen hinweg.