Dinslaken Druck auf die Sekundarschule wächst

Dinslaken · Weil die Friedrich-Althoff-Schule für das kommende Schuljahr die notwendigen Anmeldezahlen für die Eingangsklassen nicht erreicht, fordert die Bezirksregierung von der Stadt nun, dass sie handelt.

Die Sekundarschule kommt nicht zur Ruhe. Seit ihrer Gründung steht immer mal wieder in Frage, ob sie eine dauerhafte Zukunft hat. Das eigens von der Stadt in Auftrag gegebene Schulgutachten hat diese Frage eindeutig verneint. Bislang hat sich die Politik aber geweigert, die im Gutachten aufgelisteten "schulorganisatorischen Möglichkeiten" umzusetzen, die in allen vom Gutachter vorgeschlagenen Varianten das Aus für die Schule zur Folge hätten.

Ein Brief der Düsseldorfer Bezirksregierung, bei der Dinslakener Schulverwaltung am 12. Apri eingegangen, erhöht nun den Druck auf die Politik zu handeln. Darin weist die Bezirksreierung darauf hin, dass nach den ihr vorliegenden Zahlen lediglich 42 Schülerinnen und Schüler für das Schuljahr 2018/19 an der Friedrich-Althoff-Schule angemeldet worden sind. Damit könnten keine gesetzeskonformen Klassen in der Jahrgangsstufe 5 gebildet werden. Laut Schulgesetz müssten an einer Sekundarschule mindestens drei Züge mit jeweils 20 Schülerinnen und Schülern eingerichtet werden können - also hätte es 60 Anmeldungen geben müssen. Eine Ausnahme kommt laut Bezirksregierung in diesem Fall nicht in Frage, weil die Schulentwicklungsplanung, die Dinslaken vorgelegt habe, zeige, dass es sich bei den mangelnden Anmeldungen nicht nur um einen vorübergehenden Zustand handle. Schon im vergangenen Schuljahr sei gerade noch die Mindestschülerzahl erreicht worden. "Ich möchte Sie daher ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie schulorganisatorische Gegenmaßnahmen ergreifen müssen", schreibt Marion Kuhl von der Bezirksregierung.

Mögliche Handlungsvarianten seien der Stadt in einem Schulträgerberatungsgespräch von der Bezirksregierung im September vergangenen Jahres auführlich dargestellt worden. Auch das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten enthalte mehrere Handlungsmöglichkeiten, so dass die Stadt in der Lage sei, entsprechende Maßnahmen für das Schuljahr 2019/20 zu beschließen.

Die Bezirksregierung, so heißt es in dem Schreben abschließend, erwartet einen entsprechenden Antrag inklusive aller Unterlagen wie eines Ratsbeschlusses und eines Nachweises über die vorherige Beteiligung der Schulkonferenz bis zum 30. November 2011.

Dass mit diesem Brief der Bezirksregierung das Ende der Dinslakener Sekundarschule näher rückt, mochte Dinslakens Schuldezernentin Christa Jahnke-Horstmann, die das Schreiben gestern an die Mitglieder des Schulausschusses weitergeleitet hat, so nicht bestätigen. Sie verweist auf die eindeutige Beschlusslage der Dinslakener Politik, deren große Mehrheit zurzeit keine gravierenden Änderungen in der Dinslakener Schulorganisation möchte. Angesichts dieser eindeutigen Position will die Dinslakener Schulverwaltung der Politik zunächst auch keine Änderungen vorschlagen. Dass die Bezirksregierung Dinslaken dann zum Handeln zwingen könnte, hält die Schuldezernentin zwar nicht für ausgeschlossen, sie glaubt allerdings nicht - auch wenn dies Spekulation sei -, dass die Bezirksregierung innerhalb kürzerer Frist durchgreifende Entscheidungen treffen wird.

(RP)