Voerde: Drei wollen auf den Rathaus-Chefsessel

Voerde: Drei wollen auf den Rathaus-Chefsessel

Bürgermeister Leonhard Spitzer geht vorzeitig in den Ruhestand. Eine Frau und zwei Männer wollen seine Nachfolge antreten: die Verwaltungsexperten Simone Kaspar und Dirk Haarmann sowie Außenseiter Patrick Hanraths.

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai wird nicht nur über die neue Zusammensetzung des Voerder Rates abgestimmt Denn gleichzeitig wird ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin gewählt. Wer auch immer die Nachfolge des Christdemokraten Leonhard Spitzer antritt, wird es nicht leicht haben. Denn Voerde steht vor drängenden Problemen, die es zu lösen gilt. Notwendig sind Weichenstellungen, die für die Zukunft der Kommune richtungsweisend sein werden.

Zu sagen, Voerde ist knapp bei Kasse, wäre eine Untertreibung. Die Stadt ist unterfinanziert und lebt mit einem strengen Haushaltssicherungskonzept. Eisernes Sparen ist noch für die nächsten Jahre angesagt. Erklärtes Ziel ist es, bis spätestens 2021 den Haushaltsausgleich geschafft zu haben, um wieder mehr kommunale Selbstverwaltung zu erreichen. Die Schullandschaft steht vor tiefgreifenden Umwälzungen im Sekundarbereich. Die Voerder City, speziell der Bereich am Rathaus bietet ein recht trauriges Bild. Das Wohn- und Geschäftshaus am Marktplatz gammelt vor sich hin. Leer stehende Geschäftslokale sind eine nicht zu übersehende Folge. Und das Millionenprojekt Sportpark Friedrichsfeld erhitzt immer noch die Gemüter und hat nach wie vor energische Gegner, die das Vorhaben, für dessen Realisierung ein Teil des Babcockwaldes geopfert werden muss, entschieden ablehnen.

Eine Frau und zwei Männer treten an

  • Voerde : Verlässt die Kämmerin Voerde?

Eine Frau und zwei Männer sind angetreten, die Probleme zu lösen. Simone Kaspar aus Dinslaken ist Kämmerin der Stadt Voerde und wird bei ihrer Kandidatur als Bürgermeisterin von der CDU und der FDP unterstützt. Der Sozialdemokrat Dirk Haarmann, der in Voerde lebt und als Beigeordneter der Stadt Wesel arbeitet, geht für die SPD ins Rennen. Und dann ist da noch Patrick Hanraths aus Dinslaken. Der Diplom-Ingenieur für Hütten- und Gießereitechnik will als Parteiloser auf den Chefsessel im Voerder Rathaus Platz nehmen. Im Gegensatz zu den beiden anderen Bürgermeisterkandidaten verfügt Hanraths nicht über die notwendigen Erfahrungen in der Kommunalverwaltung.

Simone Kaspar und Dirk Haarmann sind deshalb die Kandidaten, die den Kampf um das Bürgermeisteramt unter sich ausmachen werden. Die Kämmerin verfügt bei den Voerder Sachthemen über ein tieferes Insiderwissen als der Beigeordnete aus der Nachbarstadt Wesel, der als ausgewiesener Verwaltungsexperte nach seiner möglichen Wahl als neuer Bürgermeister weitgehend unvorbelastet an die Dinge herangehen könnte. Wer von beiden auch immer das Rennen machen sollte, wird sich darum bemühen müssen, dass die wichtigen Zukunftsentscheidungen im Rat von einer breiten Basis getragen werden.

(RP)
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