Dinslaken: Drei Kreuze in neuem Glanz

Dinslaken: Drei Kreuze in neuem Glanz

14 000 Euro kostete die Restauration der Kreuzigungsgruppe am Kreisverkehr. Ein Großteil übernimmt das Bistum, den Rest die Kirchengemeinde Sankt Vincentius, für die die Kreuze ein Zeichen lebendigen Glaubens sind.

Der Aufschrei war groß. Wo sind nur die Drei Kreuze am Kreisverkehr zwischen dem Evangelischen Krankenhaus und dem Edith-Stein-Haus der Caritas geblieben? Das fragte sich nicht nur die Gläubigen der katholischne Kirchengemeinde Sankt Vincentius, sondern auch viele andere Dinslakener, für die die Kreuzigungsgruppe einfach zum Kreisverkehr gehört und die sie vermissten.

Keine Einsturzgefahr

Ende November waren die Drei Kreuze abgebaut worden und verschwanden, weil sie unbedingt restauriert werden mussten. Risse hatten das Material durchzogen und wenn die Kreuze im Winter noch länger Nässe und Frost ausgesetzt worden wären, wäre immer mehr vom Stein abgeplatzt. "Außerdem neigten sich die oberen Teile der Kreuze durch die Erschütterungen des Kreisverkehrs nach vorne. Einsturzgefahr bestand aber nicht", erklärt Willi Tenhonsel aus dem Kirchenvorstand der Gemeinde.

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Rund drei Monate lagerte Landwirt Heinrich Vahnenbruck, ebenfalls ein Mitglied des Kirchenvorstands, die Kreuzigungsgruppe in seiner Kartoffelhalle. Zusammen mit einem Statiker und einem Kunstsachverständigen übernahm der Steinfurter Thomas Lehmkuhl die Drei Kreuze und machte sich an die Restauration. Jetzt, pünktlich zum Osterfest, erstrahlt die gut fünf Meter hohe Kreuzigungsgruppe wieder in neuem, sandsteinartigen Glanz — so wie das Original, das an der Sankt Vincentius-Kirche in der Altstadt steht.

Die Kosten für die Restauration verschlangen rund 14 000 Euro. "Ein Großteil des Betrags übernahm das Bistum Münster, den Restanteil trägt die Kirchengemeinde", sagte Vahnenbruck, dem die Drei Kreuze besonders am Herzen liegen. Sein Vater Heinrich setzte sich als Mitglied des Kirchenvorstands in den 1980er Jahren für den Erwerb der Duplikate ein, die am Karfreitag 1984 — es war der 20. April — mit einem ökumenischen Gottesdienst eingeweiht wurden. "Tradition heißt, das Feuer zu hüten, nicht die Asche aufzubewahren", meint Bauer Heinrich Vahnenbruck und blickt dabei hoch auf den Christuskörper, der nach 28 Jahren zum ersten Mal restauriert wurde.

Nachdem die Kreuzigungsgruppe wieder aufgestellt worden war, erhielt das Blumenbeet mit den Strahlern im Boden gestern den letzten Feinschliff. "Die Gemeinde ist froh, dass die Kreuze wieder da sind. Viele Erinnerungen sind mit ihnen verbunden. Sie sind ein Zeichen des lebendigen Glaubens", meinte Vahnenbruck.

(gaa)
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