Voerde: Drei Kandidaten auf den Zahn gefühlt

Voerde: Drei Kandidaten auf den Zahn gefühlt

Die Bewerber um den Chefsessel im Rathaus - Simone Kaspar, Dirk Haarmann und Patrick Hanraths - stellten sich im Bürgerhaus Möllen auf Einladung des Frauenzentrums einer Podiumsdiskussion

Dass Patrick Hanraths ein Quereinsteiger in Sachen Politik ist, dem es noch an Erfahrung mangelt, wurde im Zwiegespräch mit den beiden anderen Kandidaten um das Voerder Bürgermeisteramt relativ zügig erkennbar. "Ich schwimme bei den Themen wie ein Fettauge auf der Suppe", stellte Hanraths auf dem Podium selbst fest. Es fehlt oft an einem tieferen Einblick in die Materie. Beim Publikum indes stießen einige der Äußerungen des parteilosen Kandidaten auf wenig Gegenliebe oder sorgten für Belustigung. Bei einer Veranstaltung des Frauenzentrums Voerde zu sagen, man könne beim Thema Gleichberechtigung "über das Ziel hinausschießen"„, ist, vorsichtig formuliert, ungeschickt. Auch Vorschläge wie die Einrichtung einer Kindertagesstätte mit Übernachtbetreuung oder eines Frauenhauses auf Voerder Stadtgebiet quittierten die Zuschauer eher mit Kopfschütteln.

Dirk Haarmann (SPD) und Simone Kaspar (parteilos, unterstützt von CDU und FDP) konnten ihrerseits bei den Zuhörern punkten. Bei vielen Wortbeiträgen der beiden Kandidaten gab es zustimmendes Nicken, Murmeln, teilweise sogar Applaus. Ein echtes Streitgespräch wurde aus der Podiumsdiskussion allerdings nicht, denn dafür waren die Ansichten der Kandidaten bei den meisten Themen zu ähnlich. Simone Kaspar hatte sich die Frauenarbeitsplätze als Schwerpunktthema ausgesucht. "Wenn man sich die Verwaltung anschaut, fällt der geringe Anteil von Frauen in Führungspositionen aus", sagte sie. An ihre Ideen, wie man dies ändern könne, fügte Dirk Haarmann gleich eine eigene Palette von Vorschlägen an. Einmütigkeit beim Thema Gleichstellung. Auch beim Thema Wohnen, das sich Haarmann als Schwerpunkt für die Diskussion gewählt hatte, herrschte im Wesentlichen Einigkeit: Mit Barrierefreiheit, Familienfreundlichkeit und einem breiten Angebot geförderter Wohnungen konnte sich auch Simone Kaspars anfreunden. Patrick Henraths schwieg. Ebenso bei der Schulpolitik. "Es ist nicht vertretbar, den Eltern eine Unsicherheit aufzubürden. Man kann nicht in ein paar Jahren wieder über eine Veränderung der Schullandschaft nachdenken", erklärte Simone Kaspar, warum man sich in der Verwaltung mit diesem Thema Zeit lasse. Dirk Haarmann nickte, kritisierte aber den Umstand, dass die Fakten noch nicht bekannt seien.

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Auch bei der Innenstadtentwicklung waren sich die beiden Kandidaten von SPD und CDU/FDP schnell einig. Am Marktplatz müsse etwas passieren. Haarmann fand hier allerdings die deutlicheren Worte: "Die bestehende Immobilie muss abgerissen werden, damit sich da wirklich etwas entwickeln kann„, erklärte er. Am Ende der Diskussion gab es für alle drei Kandidaten auf dem Podium Applaus vom Publikum.

(RP)
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