Drei kameraaffine Gäste bei Promi-Talk „Das Maaß ist voll“ in Dinslaken

Mit Moderator Roland Donner : Drei kameraaffine Gäste bei „Das Maaß ist voll“

Schauspielerin Saskia Valencia, Jungdarsteller Vincent Hahnen und „Kobra“-Mitglied Ben Perdighe waren beim Promi-Talk.

„Das Maaß ist voll“ ist ein Promi-Talk, bei dem es aber regelmäßig die Dinslakener Talente sind, die aufhorchen lassen. Diesmal war es Vincent Hahnen, Schüler am Otto-Hahn-Gymnasium. „Zum Glück“, wie er sagt, weil seine Mutter als Lehrerin am Theodor-Heuss-Gymnasium unterrichtet und ehemaliges Mitglied des Kinderclubs der Burghofbühne ist, wo er zum ersten Mal Theater spielte. Hahnen ist ein Junge, der Jan Liefers als „Baron Münchhausen“ bewunderte und beim Schauen des „Making-of“ den Wunsch entwickelte, selbst Schauspieler zu werden.

Eine Reihe von Workshops, Castings und einer ersten Episoden-Hauptrolle an der Seite von Jochen Busse später gab Vincent Hahnen alles, um in die Paraderolle seines Idols zu schlüpfen. Der Junge aus Dinslaken wird im Herbst als der Gerichtsmediziner Boerne im Kindesalter im „Tatort“ aus Münster zu sehen sein. Was es mit Boernes Kindheit auf sich hat, durfte er Roland Donner am Mittwoch bei „Das Maaß ist voll“ natürlich nicht verraten. Aber erzählen, wie es war, von Axel Prahl begrüßt und Jan Liefers umarmt zu werden, das konnte er.

Wenn Roland Donner Saskia Valencia nach ihren vielen Rollen im Fernsehen, Theater, in der Werbung und in Hörbüchern fragt, muss sie auch schon mal abwinken: Zu viele Jobs, da wird manches auch abgehakt. Interessanter ist es, wenn die Darstellerin, Mitte 50, von ihrer Studentenzeit an der Filmschule Potsdam berichtet. Als sie dort in den 80er Jahren anfing, war die gebürtige Rostockerin noch Staatsangehörige der DDR. Dann heiratete sie einen Kolumbianer. Und die verheiratete Frau Valencia stand auf einmal ohne Studienplatz und ohne Staatenzugehörigkeit da. „Wir bilden nicht fürs kolumbianische Fernsehen aus“, lautete der gehässige Kommentar des Funktionärsapparats des Arbeiter- und Bauernstaats. Saskia Valencia ging in den Westen. Dort wechselte sie ihre Nationalität – aber nur für die Werbung: Mehrere Jahre war sie „Frau Antje aus Holland“. Grund genug für Melvin Schulz-Menningmann, „Holland ist die geilste Stadt der Welt“ zu singen. Saskia Valencia wurde als „Frau Antje“ synchronisiert. Wenn ein Dialekt, dann lieber der singende Sprachklang aus dem Norden. Sächsisch bezeichnete sie am Mittwoch als „unerotisch“. Das nächste Stichwort für Melvin: er spielte „Je t’aime“ an. Und dies wurde zum Running Gag bei jeder Gelegenheit. Ebenso wie das Verputzen vom „Stolperknaben“, was Saskia Valencia mit einem Lächeln gelang.

Der Dritte im Bunde der Talkrunde war Ben Perdighe – er kam auf seiner niederländischen Mofa aus Eppinghoven. Themen für Roland Donner waren weder der heimische Hopfenanbau noch KSL, sondern die Jugendjahre des Tausendsassas. Halb deutsch, halb sardisch lernte er nach einer Kanadareise seine aus Dresden stammende Frau in München kennen, erzählte er, fand dann den Bogen zu seinem Mofa-Club „Die Kobras“.

Mit dem ist er von Flensburg bis Monaco bei laufender Kamera unterwegs. Die sucht den gebürtigen Walsumer, seit er mit seinen Mofa-Freunden bei „Fünf gegen Jauch“ gewann.

Und was macht man, wenn es einen nicht wie Saskia Valencia, Vincent Hahnen oder auch Ben Perdighe zum Fernsehen zieht? Melvin Schulz-Menningmann zeigte eine Alternative auf: Als Chorleiter im Projekt „Rock-Chor 60+“ brachte er das Publikum bei Maaß zum zweistimmigen Singen.

(bes)
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