Diskussion über Bahnhofsvorplatz in Dinslaken

Dinslakener Infoabend : Diskussion über Bahnhofsvorplatz

Beim Bürgerinformationsabend zur Umgestaltung des Dinslakener Bahnhofsvorplatzes wurde über die geplante Verkehrsführung, den Busbahnhof und das Fahrradparkhaus diskutiert

Um die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ging es am Mittwochabend in der gut besuchten Bürgerversammlung im Rathaus, zu der Anwohner des Areals persönlich eingeladen waren. Nachdem der Bürgerentscheid zugunsten der Umgestaltung ausgefallen sei, könne die Stadt nun die weiteren Schritte planen, so Bürgermeister Michael Heidinger. Ende des Jahres soll die Vorentwurfsplanung der Politik vorgelegt werden, bis September 2019 soll die Entwurfsplanung, unter Einbeziehung der Bürger, erarbeitet werden. Die wiederum sei die Grundlage für Förderanträge, erst dann könne man die nächsten Schritte planen. Ein langer Weg also noch.

Mit der Bahn, die das Bahnhofsgebäude selbst sanieren wolle, sei man in Gesprächen, um beide Projekte sinnvoll aufeinander abzustimmen und zu ergänzen. Da auch die Umgestaltung des Vorplatzes längere Zeit in Anspruch nehme, könne man sicherlich parallel planen, so Planungsdezernent Thomas Palotz. Doch am Infoabend ging es nicht um die Bahn, sondern um den Vorplatz und die Bereiche: Straßenbahngleise, Fahrradstellplätze, Busbahnhof, An- und Abfahrt, Stellplatzangebote und Baum- und Grünbestand. Man wolle sich weitgehend an die ursprünglichen Pläne halten, habe aber in einigen Bereichen mehrere Varianten erarbeitet, stellte Maik Böhmer vom Planungsbüro Planorama vor. Die Diskussion zwischen Verwaltung und Teilnehmern lief weitgehend sachlich ab, wenn auch manchmal von Kopfschütteln und Unverständnis begleitet.

So sah Hans-Jürgen Rüffert, Inhaber des Art Inn Hotels, das Chaos am Bahnhof programmiert, sollte es bei der Verkehrsplanung bleiben. Vorgesehen sind eine Anfahrt über die Bahnstraße und eine weitere über die Verlängerung der Bismarckstraße zum Hotel, die schließlich in einem Rondell mündet und zurückführt. Die Straße auf der gegenüberliegenden Seite entfällt und wird durch eine begrünte Allee ersetzt, die lediglich für Radfahrer und Fußgänger vorgehalten werde.

Eine Alternative sieht allerdings dennoch eine schmale Straße vor, die rechts in die Bahnstraße abzweigen könnte. Auch die Aus- und Einfahrt an der Bahn-/Wilhelm-Lantermann-Straße sahen die Teilnehmer kritisch. Hier könne man, wenn nötig, eine Ampelanlage errichten, doch die Kapazität des dortigen Knotenpunktes sei noch nicht erschöpft, hieß es seitens der Planer.

Erheblicher Diskussionsbedarf ergab sich auch beim Thema Busbahnhof. Er soll laut Planungsbüro nur noch auf zwei Bahnsteigen Platz finden, ein dritter könnte direkt an die Wilhelm-Lantermann-Straße gelegt werden. Die Ein- und Ausfahrten erfolgen von beiden Seiten, die heutige Grünfläche entfällt. Der Platz für neun Busse bliebe erhalten, die Planungen seien mit den Busunternehmen abgesprochen. Variante zwei sieht drei Bahnsteige vor, keinen Halt an der stark befahrenen Lantermann-Straße und wird von der Verwaltung favorisiert.Wohin mit den Reisebussen war die Frage, die letztlich nicht zur Zufriedenheit geklärt werden konnte. Hier wolle die Verwaltung noch einmal nachlegen.

Bemängelt wurde für Variante eins ein zu weiter Weg vom Bus zum Bahnhof. Bei der Straßenbahn entfällt die Schleife, ansonsten ändere sich außer der dann eingerichteten Barrierefreiheit nichts. Allerdings werde die jetzige Schleife zur Erweiterung des Parkplatzes genutzt.

Das Für und Wider des Fahrradcontainers wurde diskutiert, die hohen Ausgaben bemängelt. Palotz erwähnte allerdings die Chance auf Fördermittel. 57 Bäume müssen weichen, neue würden gepflanzt. Was hier ökologisch sinnvoll sei, da gingen die Meinungen auseinander. Kaum Diskussionen gab es zu den Pkw-Stellplätzen, die im leichten Plusbereich liegen sollen.

Zum Abschluss versprach Bürgermeister Heidinger den Teilnehmern, die Bürger an weiteren Planungen zu beteiligen.

(big)
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