Weltgästeführertag 2017: Dinslakens berühmte Persönlichkeiten

Weltgästeführertag 2017: Dinslakens berühmte Persönlichkeiten

Zum Weltgästeführertag hat Stadtführerin Beate Hettmer eine neue Führung konzipiert. "Dinslakener Persönlichkeiten" führt anhand unterschiedlicher Biografien durch mehrere Jahrhunderte der städtischen Geschichte.

Ein gutes Dutzend Teilnehmer hat sich am Rittertor versammelt, um an der Führung von Beate Hettmer teilzunehmen. Anlässlich des Weltgästeführertages, der seit 1990 begangen wird, hat die Gästeführerin, die sonst als Hexe Ulanth Dammertz in der Stadt unterwegs ist, das diesjährige Motto des Weltgästeführertages aufgegriffen: "Menschen, die Geschichte schreiben". Deswegen hat sie eine neue Stadtführung konzipiert, die weniger auf historischen Daten basiert, als auf historischen Personen, deren Biografien eng mit der Stadt Dinslaken verknüpft sind.

Am Eingang zum Burginnenhof erzählt Beate Hettmer von der ersten bekannten Persönlichkeit, die maßgeblichen Einfluss auf die Stadtgeschichte hatte: Mechtild von Virneburg. Als Witwe des Grafen Otto von Kleve kam sie im Jahr 1310 nach Dinslaken. "Sie hatte Otto eine Tochter geboren. Wäre es ein Sohn gewesen, hätte sie in Kleve bleiben können", berichtet Beate Hettmer. In der Dinslakener Burg, seinerzeit der Witwensitz der Klever, übernahm Mechtild von Virneburg die Regentschaft. "Sie war eine kluge Politikerin und lenkte von 1310 bis 1338 die Geschicke der Stadt", erklärt Beate Hettmer. Mehr als 600 Jahre sollten vergehen, bis mit Bürgermeisterin Sabine Weiss die nächste Frau in der Burg, die heute das Rathaus ist, an der Spitze der Stadt stand. Auch deren Biografie hat Beate Hettmer den Führungsteilnehmern mitgebracht.

Allerdings gibt es noch eine weitere Person, deren Lebensgeschichte mit der Dinslakener Burg verknüpft ist. "Althoff", kommt die Antwort von einem der Führungsteilnehmer wie aus der Pistole geschossen, als Beate Hettmer fragt, wer damit wohl gemeint sein könnte. Richtige Antwort. "Friedrich Althoff wurde 1839 als Sohn des Domänenrates hier auf der Burg geboren", erzählt Beate Hettmer. Dass der spätere "heimliche Kulturminister" Preußens zwischendurch sein Rechtswissenschaftsstudium in Berlin abbrechen musste, "weil er Schlägereien mit der Polizei hatte", wie Beate Hettmer berichtet, sorgt für einige Lacher in der Runde der Führungsteilnehmer.

Natürlich gibt es an der Willi-Dittgen-Steige etwas aus der Bibliografie des bekannten Heimatforschers zu hören, ebenso, wie die Führungsteilnehmer an der Kathrin-Türks-Halle etwas über die Begründerin der Burghofbühne erfahren. "Kannte vielleicht einer von Ihnen Kathrin Türks persönlich?", fragt Beate Hettmer ihre Führungsteilnehmer. Und tatsächlich weiß eine Dame zu berichten, dass die Intendantin der Burghofbühne früher immer einen bestimmten Lippenstift in ihrem Geschäft kaufte. "Es kommt häufiger vor, dass die Führungsteilnehmer etwas zu erzählen haben, was die Führung selbst bereichert", kommentiert Beate Hettmer diese Information.

Foto: Martin Büttner

Im Stadtpark gibt das vom Künstler Alfred Grimm geschaffene Denkmal nicht nur einen Anlass, um kurz in die Geschichte der Juden in der Stadt einzutauchen, sondern Beate Hettmer nutzt die Gelegenheit auch, um Alfred Grimm als Person einzuführen. Freilich lebt der Künstler in Hünxe, "aber er hat lange Zeit hier am Theodor-Heuss-Gymnasium unterrichtet", erklärt Beate Hettmer. Einem seiner ehemaligen Schüler begegnet man in der Dinslakener Innenstadt auf besondere Art und Weise. Denn hier weist die Städteführerin auf eine von Andreas Deja gestaltete Wandverzierung hin. "Andreas Deja hat als Zehnjähriger einen Brief an die Walt-Disney-Company geschrieben, weil er Zeichner dort werden wollte", erzählt Beate Hettmer. Damals nahm man das Anliegen des Jungen aus Deutschland nicht ganz ernst, gab ihm aber Tipps mit auf den Weg. "15 Jahre später bewarb er sich erneut und wurde angenommen", berichtet Beate Hettmer. So zeichnete er zum Beispiel "Scar" im Film "König der Löwen" und "mittlerweile entscheidet er über die Vergabe der Oscars mit", wie die Gästeführerin zu berichten weiß.

Weiter geht es in die Sankt-Vincentius-Kirche, in der Beate Hettmer auf die Geschichte von Schwester Euthymia hinweist und natürlich auch einige Dinge über die Geschichte der Kirche erzählt. Die Führung endet schließlich auf dem Elmar-Sierp-Platz, zu dessen Namensgeber, der lange Zeit Apotheker in Dinslaken war, Beate Hettmer natürlich auch einige biografische Fakten zu erzählen hat. "Einiges ist von ihnen geblieben, von Menschen, die Geschichte schrieben", beendet die Gästeführerin den Streifzug durch die Biografien bekannter Persönlichkeiten der Stadt mit einem Gedicht aus eigener Feder. Applaus für den kurzweiligen Gang durch die Stadt und ihre Geschichte anhand bekannter Persönlichkeiten gibt es von den Führungsteilnehmern.

(fla)