Dinslaken/Duisburg: Dinslakener verkaufte zum Verzehr ungeeignetes Fleisch

Dinslaken/Duisburg : Dinslakener verkaufte zum Verzehr ungeeignetes Fleisch

Lebensmittelamt hatte ihn zuvor angewiesen, die Ware zu entsorgen. Jetzt stand er vor Gericht.

Ein 60-jähriger Kaufmann aus Dinslaken hat bereits zum Verzehr ungeeignetes Fleisch in Umlauf gebracht. Zur Tatzeit war er im Lebensmittelgeschäft seiner Tochter in Duisburg-Marxloh angestellt. Insgesamt brachte er 150 Kilogramm Fleisch in Umlauf, welches das Lebensmittelüberwachungsamt bereits als für Menschen ungeeignet deklariert hatte. Es war zudem schon dem Besitzer einer Hundemeute zur Fütterung überlassen worden. Jetzt stand der 60-Jährige wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht vor dem Duisburger Amtsgericht.

Im Januar 2015 war der Mann am Steuer eines Firmenwagens kontrolliert worden. Auf der Ladefläche fand sich unfachmännisch verpacktes Fleisch von Lämmern und Rindern. Das Lebensmittelamt wies ihn an, die Ware zu entsorgen. Der 60-Jährige brachte es erst zu dem Hundebesitzer, dann holte er es wieder ab. Dazu musste das Fleisch durchs Gehege transportiert werden. Die Kühlkette war unterbrochen. Trotzdem verkaufte der Angeklagte ein Drittel der Ware an eine Firma in Gelsenkirchen.

Bei Kontrollen im Geschäft fand die Lebensmittelüberwachung weitere Schwachstellen, darunterSchimmel und Rost an der Theke und im Kühlhaus. In der Fleischabteilung hing Fleisch, das bereits sauer roch. Dafür gab es per Strafbefehl Geldbußen in Höhe von 1700 Euro und eine Geldstrafe von 2800 Euro. Der 60-Jährige legte dagegen Widerspruch ein. Ob man die Geldstrafe nicht reduzieren könne, wollte sein Verteidiger wissen. Schließlich sei sein Mandant nicht der Geschäftsführer, sondern habe nur krankheitsbedingt seine Tochter vertreten.

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Um eine ausufernde Beweisaufnahme zu vermeiden, vereinbarten die Juristen in Duisburg eine sogenannte Verständigung: Für den Fall eines glaubhaften Geständnisses solle die Geldstrafe deutlich reduziert werden. Der Angeklagte gab die insgesamt fünf Verstöße zu. "Wir haben ein neues Fahrzeug angeschafft", beteuerte er. "Und wir achten jetzt peinlich genau darauf, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden."

Viel mehr als das konnte das Gericht dem 60-Jährigen nicht zu Gute halten. Die Geldstrafe wurde auf 1500 Euro (50 Tagessätze zu je 30 Euro) gesenkt. Die Geldbußen von 1700 Euro bleiben daneben allerdings bestehen.

(BM)