Dinslaken: Dinslakener Pfennig für Eduard Sachtje

Dinslaken : Dinslakener Pfennig für Eduard Sachtje

Verein für Heimatpflege ehrt den Stadtführer, der gern in historische Rollen schlüpft, für seine Verdienste.

Geschichte muss nicht trocken sein. Dass man historische Fakten auch unterhaltsam vermitteln kann, beweist Eduard Sachtje seit vielen Jahren. Bei seinen Stadtführungen schlüpft er in historische Rollen, lässt so Geschichten aus der Dinslakener Vergangenheit aufleben. Für sein Engagement ist er nun vom Verein für Heimatpflege Land Dinslaken ausgezeichnet worden: In einer Feierstunde auf Haus Wohnung wurde er für seine Verdienste mit dem Dinslakener Pfennig geehrt.

Dabei wurde den rund 50 Gästen schnell klar, dass Sachtje nicht nur Geschichten und Anekdoten wiedergibt. Mit seiner lockeren Art zieht er die Zuhörer in seinen Bann. Und ein Manuskript benötigt er nicht, er legt los und muss sich selbst bremsen.

Mit den Jahren hat er sich ein umfangreiches Wissen über die Dinslakener Geschichte angeeignet. Und gibt sie weiter: als Nachtwächter Heinrich Denkhaus, als Landrat Julius Heinrich von Buggenhagen oder als Zimmermann Heinrich Schlitzohr. Sein Interesse an Heimatgeschichte weckte eine Fahrt durch den Altkreis Dinslaken, die er 1959 als Schüler der dritten Klasse machte. Danach gehörte der jedes Jahr erscheinende Heimatkalender zu seiner Lektüre. Mit den Jahren eignete er sich so ein Fundus an Geschichte und Geschichten an.

Auf die Geschichte vom Dinslakener Pfennig ging Heinz Wellmann ein, der als Nachtwächter die Laudatio auf den neuen Preisträger hielt. Der Gildemeister der Deutschen Gilde der Nachtwächter, Türmer und Figuren kennt Sachtje seit einigen Jahren, ist selbst in Dinslaken aufgewachsen und lebt nun in Rees. Er erinnerte daran, dass Dinslaken das Recht hatte Münzen zu prägen. Heute werde der Pfennig "nicht mehr als Zahlungsmittel genutzt, sondern als Auszeichnung, als Anerkennung, als Wertschätzung". Und Wellmann verwies darauf, dass der Verein für Heimatpflege sparsam mit dem Pfennig umgehe. Nur alle paar Jahre werde er aus der Lade geholt, um mit ihm eine Person, die sich für ihre Heimat und das Brauchtum verdient gemacht habe, zu ehren. "Sparsam und mit Bedacht wurde er in den letzten 28 Jahren nur neunmal verliehen und die Würdenträger waren allesamt Personen, die sich diese Auszeichnung wahrlich verdient hatten", betonte Wellmann. Mit Blick auf Sachtje, dem zehnten Preisträger, erwähnte er, dass dieser 2003 zunächst als "gemeiner Stadtführer unterwegs" gewesen war. Doch schnell habe Sachtje erkannt, dass sich Themenführungen noch besser für die Vermittlung von Wissen eignen. So schuf Sachtje nach und nach seine historischen Rollen.

Nicht nur für Heinz Wellmann ist Eduard Sachtje ein würdiger Preisträger, auch für Thomas Becker, Vorsitzender des Vereins für Heimatpflege. Da macht es auch nichts, dass der zehnte Preisträger außerhalb des Altkreises Dinslaken lebt. Seit 1973 wohnt Sachtje in Drevenack. Einen Überraschungsgast gab es auch: Die Marionette Friedrich Althoff, geführt von seiner persönlichen Referentin alias Jutta Ulrich, geschaffen von Annette Schreiner zum Althoff-Jahr 2014, gratulierte dem neuen Preisträger.

(mt)