Dinslaken: Dinslakener FDP richtet sich neu aus

Dinslaken: Dinslakener FDP richtet sich neu aus

Der kürzlich gewählte Vorstand der Liberalen kann sich mit den bisherigen Plänen zur Umgestaltung des Bahnhofsplatzes nicht anfreunden. Konfliktpotenzial wird in der Betuwelinie gesehen. Gegen Dieselfahrverbote.

Der neue Vorstand der Dinslakener FDP, der Mitte Februar gewählt wurde und an dessen Spitze Gerald Schädlich steht, hat den Blick nach vorn gerichtet. Unter die innerparteilichen Querelen der vergangenen Monate, die dazu führten, dass der frühere Vorsitzende Mirko Perkovic verärgert den Vorsitz niederlegte, aus der FDP austrat, sein Ratsmandat aber behielt und mit der Liberalen Mitte (kurz LIMIT) seine eigene Partei gründete, soll ein Schlussstrich gezogen werden. Die Liberalen richten sich neu aus, an ihrer Seite steht ihr neuer Bundestagsabgeordnete, der 25-jährige Roman Müller-Böhm.

Von einem Selbstreinigungsprozess, der in der FDP Dinslaken nach parteiinternen Auseinandersetzungen stattgefunden hat, sprechen Roman Müller-Böhm, Gerald Schädlich und FDP-Geschäftsführer Reinhard Claves beim RP-Redaktionsbesuch. Der Bundestagsabgeordnete räumt ein, einen "holprigen Start" in Dinslaken gehabt zu haben und betont dann, dass sich seine hiesigen Parteifreunde und er nun gut verstehen würden. Er will künftig vor Ort präsenter sein, hier einmal monatlich eine Bürgersprechstunde anbieten, "soweit das mit den Plenarsitzungen vereinbar ist". Zudem denkt er daran, ein Wahlkreisbüro in Dinslaken zu eröffnen, möglicherweise angekoppelt an die FDP-Geschäftsstelle.

Eins der politischen Themen, das die Liberalen beschäftigt, ist die geplante Umgestaltung des Bahnhofsplatzes. "Es muss was passieren, es ist nur die Frage, was soll passieren", sagt Vorsitzender Gerald Schädlich. Die bisher vorgestellten Überlegungen sieht er nicht als der Weisheit letzter Schluss an, er plädiert für die Durchführung eines neuen ergebnisoffenen Ideenwettbewerbs, fordert ein Gesamtkonzept, das auch das Bahnhofsgebäude, das die Stadt kaufen will, berücksichtigt. Fest steht für Schädlich: "Die bisherigen Pläne sind nicht zukunftsträchtig. Es fehlt der große Plan, der dahinter steckt." Zu überlegen sei, ob auf dem Bahnhofsplatz oder in seiner Umgebung neuer Wohnraum geschaffen werden sollte. Reinhard Claves spricht sich dafür aus, die Bürger stärker bei den Planungen einzubeziehen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist für die Liberalen die Betuwelinie. "Teilweise bis zu vier Meter hohe Schallschutzwände sollen quer durch Dinslaken gezogen werden", sagt Gerald Schädlich. Diese "neue innerdeutsche Grenze" berge viel Konfliktpotenzial, so der Vorsitzende, nach dessen Ansicht die Planungen hätten besser gemacht werden können. Beim Sicherheitskonzept für die Bahnstrecke sieht er noch Verbesserungsbedarf. Roman Müller-Böhm, der für Mai eine Infoveranstaltung zur Betuwe in Dinslaken plant, weist darauf hin, dass für einige Bereiche an der Bahnstrecke keine Schallschutzwände geplant seien. Wer dort lebe, büße Lebensqualität ein.

Mit Dieselfahrverboten können die Liberalen sich nicht anfreunden. Sie sehen die Hersteller von Dieselfahrzeugen in der Pflicht, diese auf ihre Kosten, nicht auf die der Bürger, nachzurüsten.

(RP)