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Dinslaken: Dinslakener Ärzteteam hilft Frauen in Nepal

Dinslaken : Dinslakener Ärzteteam hilft Frauen in Nepal

Dr. Bernhard Uhl vom katholischen Sankt-Vinzenz-Krankenhaus baut ein Behandlungsprojekt für Kathmandu auf. 8000 Patientinnen müssen pro Jahr an der Gebärmutter operiert werden.

Als er gefragt wurde, ob er im Sushma Koirala Memorial Hospital in Nepal ein Hilfsprojekt für Frauen aufbauen wolle, musste Dr. Bernhard Uhl nicht lange überlegen. Der Leiter der Frauenklinik am katholischen Sankt-Vinzenz-Krankenhaus sagte zu, sich ehrenamtlich für dies humanitäre Vorhaben zu engagieren und die Aufbauarbeit zu übernehmen. Ziel ist es, nepalesischen Frauen, die unter Gebärmuttervorfall leiden, zu helfen. Im November wird Uhl, der als Mediziner ein ausgewiesener Beckenbodenspezialist ist, in das südasiatische Land im Himalayagebirge reisen, dort mehrere Wochen bleiben und die ersten Patientinnen operieren. "Das Projekt soll die Keimzelle der Beckenboden-Chirurgie in Nepal werden. Das kann eine Lebensaufgabe sein", sagte Uhl.

Der Chefarzt aus dem Vinzenz hat bereits zwei Mitstreiterinnen aus dem eigenen Hause für das Projekt gewonnen. Gemeinsam mit Melanie Walter, leitende Ärztin der Anästhesie, und Patricia Hüppe, Assistenzärztin der Frauenklinik, wird Dr. Uhl das erste Team bilden, das im Rahmen des neuen Projektes die Arbeit im Sushma Koirala Memorial Hospital in Kathmandu aufnimmt. Um in Nepal helfen zu können, opfern die beiden Frauen ebenso wie Dr. Uhr einen Teil ihres Urlaubs, teilweise werden sie vom Vinzenz freigestellt, denn das katholische Krankenhaus unterstützt das Hilfsprojekt. Das Memorial Hospital ist eine Spezialklinik für plastische und rekonstruktive Chirurgie und wird von dem gemeinnützigen Verein Interplast Deutschland betrieben. Dort engagiert sich seit vielen Jahren die Voerderin Trudi Reske.

Auslöser des Projektes war ein Hilferuf der Regierung in Nepal. Denn in diesem Land leiden viele Frauen unter Gebärmuttervorfall. Nach Schätzungen müssen dort 8000 Patientinnen pro Jahr operiert werden. Doch es gibt im eigenen Land nicht genügend geeignete Operateure. Also fragte das Ministerium in Kathmandu bei Interplast an, ob diese Organisation ein staatlich gefördertes Gebärmutter-Behandlungsprogramm aufbauen könnte. Der Verein seinerseits bat Dr. Bernhard Uhl im Mai umUnterstützung. Der Dinslakener Mediziner sagte zu und begann dann mit den vorbereitenden Arbeiten. Die Planung der Infrastruktur, wie beispielsweise Untersuchungsraum, Instrumente und OP-Ausstattung, stand am Anfang. Dank vieler Sachspenden konnten die notwendigen medizinischen Geräte inzwischen angeschafft werden.

Dr. Uhl wird auch nach seinem ersten Einsatz in Nepal für die Koordination des Projektes zuständig sein. Er wird ehrenamtliche Ärzteteams für die Arbeit dort begeistern, ihre Einsätze planen und immer wieder selbst in Nepal operieren.

(RP)