Dinslaken: Zu wenig Regen bedroht Pflanzen

Dinslaken/Voerde/Hünxe: Pflanzen leiden unter der Trockenheit

Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr von seiner besten Seite. Schon lange nicht mehr hat es so wenig geregnet. Doch wegen zu viel Sonnenschein und zu wenig Niederschlag droht Pflanzen und Bäumen die Vertrocknung.

Auf der Stirn von Jens Enninghorst haben sich kleine Schweißperlen gebildet. Es ist warm, die Sonne scheint schonungslos von oben herab. Für den Landschaftsgärtner macht sie das schon seit Monaten, gefühlt ist seit April Sommer. Die hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen erschweren aber nicht nur Jens Enninghorst die Arbeit, viel mehr leiden die Blumen, Büsche und Bäume, um die er sich tagtäglich kümmern muss. Denn während sich der Mitarbeiter des Din-Services den Schweiß von der Stirn wischen und gegen den Durst einen Schluck Wasser trinken kann, droht den Pflanzen in diesem Jahr die Vertrocknung.

„Ein so gutes Wetter über einen so langen Zeitraum hatten wir schon lange nicht mehr. Und wir haben erst Mitte Juli, ein Ende ist also auch noch nicht absehbar“, sagt der Landschaftsgärtner, während er zwischen der Wilhelm-Lantermann-Straße und der Hofstraße auf dem neu angelegten Spielplatz arbeitet, auf dem die junge Bepflanzung noch sehr anfällig ist. In der Hand hält er die Düse eines Wasserschlauchs, der an einem von zwei großen Bewässerungsfahrzeugen der Stadt angeschlossen ist, die bei diesem Wetter im Kampf gegen die Vertrocknung im Dauereinsatz sind. Weil die Pumpe auf dem Wagen nicht gerade leise arbeitet, wird zu Dienstbeginn um 6 Uhr morgens in Wohngebieten aus Rücksichtnahme das Wasser aus Hydranten benutzt. „Aber ab 7 Uhr wird dann auch mit Krach gegossen“, sagt Jens Enninghorst.

Dass es am Mittwochmittag zum ersten Mal nach langer Zeit wieder richtig geregnet hat, war für die Pflanzen wie „ein Tropfen auf dem heißen Stein“, die Freude darüber hielt nicht lange an. „Es ist immer noch alles pulvertrocken. Schon kleinere Bäume, die den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sind, brauchen rund 200 Liter Wasser in der Woche. Dafür war der Niederschlag in dieser Woche viel zu wenig“, sagt der Landschaftsgärtner. Extraschichten wegen der Trockenheit legt der Din-Service nicht ein, aber wie Michelle Müller von der Pressestelle der Stadt berichtet, sind alle Mitarbeiter im Einsatz: „Gegen die Vertrocknung anzukämpfen, wird immer schwieriger. Aber jeder, der einen Wasserschlauch halten kann, versucht zu retten, was zu retten ist.“

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Neuanpflanzungen wie die im Dinslakener Stadtpark haben bei der Bewässerung Priorität. Auch in der Gemeinde Hünxe werden manche Blumen, Beete und Bäume, die besonders bei der Hitze und zu wenig Niederschlag gefährdet sind, bevorzugt. Hünxes Hauptamtsleiter Klaus Stratenwerth sagt: „Jeder Gartenbesitzer weiß, dass er bei dem Wetter den Rasen nicht mehr mähen muss, weil der nicht mehr wächst und wahrscheinlich schon braun ist. Die Zeit, die unsere Mitarbeiter zurzeit fürs Mähen einsparen, können wir zumindest für eine ausgiebigere Bewässerung nutzen. So müssen wir auch keine Sonderschichten einlegen, sondern schaffen das Bewässern in den normalen Arbeitszeiten.“ In Voerde verzichtet die Stadt, ihre städtischen Grünflächen zu bewässern – bei einer Größe von rund einer Million Quadratmetern kein Wunder. „Das wächst alles irgendwann wieder. Wir machen lieber andere Grünpflege, die man sonst nicht schaffen würde“, sagt der Erste Beigeordnete Wilfried Limke.

Welche Auswirkungen die Trockenheit auf die Pflanzen haben wird, wird sich erst noch zeigen. „Bei der nächsten Wachstumsperiode weiß man Bescheid, wer den langen Sommer überlebt hat“, sagt Jens Enninghorst. Sein Wunsch ist es, „dass die Sonne tagsüber wie bisher scheint, aber nachts kann es meinetwegen häufiger regnen. Das würde den Pflanzen und Bäumen richtig guttun“.

(gaa)
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