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Dinslaken zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Fahnenaktion in Dinslaken : Flagge zeigen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Die Gleichstellungsstelle Dinslaken, mehrere Institutionen und Apotheken starten Fahnenaktion zum 25. November. Mit der Aktion ist auch die Forderung nach einem gleichberechtigten und selbstbestimmten Leben von Mädchen und Frauen verbunden.

Die Gleichstellungsstelle Dinslaken, weitere Institutionen in der Stadt sowie einige Apotheken beteiligen sich auch in diesem Jahr an Aktivitäten rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, der am Mittwoch, 25. November, begangen wird. An verschiedenen Orten im Stadtgebiet wird vom 23. bis 30. November Flagge gezeigt gegen Gewalt. Das Rathaus, die Polizeiwache, die Arbeiterwohlfahrt, die Feuerwehr und andere Institutionen in Dinslaken werden in  Fahnenaktion eingebunden. Mit der Aktion ist auch die Forderung nach einem gleichberechtigten und selbstbestimmten Leben von Mädchen und Frauen verbunden. Die blaue Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ stehe auch dafür, „die Gewalt an Frauen aus der Anonymität zu holen und das Ausmaß sichtbar zu machen“, betont die Dinslakener Gleichstellungsbeauftragte Karin Budahn-Diallo.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie stünden in diesem Jahr Paare und Familien vor ganz besonderen Herausforderungen. In der aktuellen Situation steige – aufgrund von Stress und Existenzängsten – das Risiko häuslicher Gewalt, und die Möglichkeiten Hilfe in Anspruch zu nehmen, verringere sich. Um unter diesen besonderen Voraussetzungen trotzdem betroffene Frauen erreichen zu können, werden außerdem in einigen Apotheken, Kindergärten und Arztpraxen Informationsmaterialien ausgelegt. In den Heuking-Apotheken, der Pelikan Apotheke, der Kronen-Apotheke und der Stadtbibliothek werden Taschentücher verteilt, auf denen die wichtigsten lokalen Hilfs-Telefonnummern und Anlaufstellen zu finden sind.

In Deutschland wird statistisch jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von häuslicher Gewalt durch ihren Intimpartner, und nur wenige Frauen trauen sich, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter, sie äußert sich als körperliche Misshandlung, Vergewaltigung, Drohung, Demütigung, Erniedrigung, sexuelle Gewalt oder Kontrolle“, sagt Karin Budahn-Diallo. „Sie findet statt im täglichen Leben, am Arbeitsplatz oder in den sozialen Netzwerken.“

Mit der Kampagne „Zuhause nicht sicher?!“ wird gezielt auf häusliche Gewalt aufmerksam gemacht. Häusliche Gewalt gegen Frauen komme viel zu häufig vor, und vor allem werde sie viel zu häufig totgeschwiegen, betont die Gleichstellungsbeauftragte. Gerade in dieser Zeit, müsse genau hingeschaut werden. Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft seien jetzt mehr denn je gefordert, aufmerksam hinzuschauen. „Jede und jeder, der die Telefonnummer des Hilfetelefons 08000 116 016 kennt und sie weitergibt, zeigt betroffenen Frauen einen Weg aus der Gewalt. Das ist Ziel unserer Kampagne.“ so Karin Budahn-Diallo.

Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr in 15 Sprachen erreichbar. Es gibt auch eine Online-Beratung. Unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Angehörige, Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen - anonym, kostenlos, barrierefrei.

(RP)