Dinslaken will einen Heimat-Preis verleihen

Hintergrund : Stadt will einen Heimat-Preis verleihen

Es geht um Identität, Gemeinschaftsgefühl, Geschichte. Die Bürger dürfen Kandidaten vorschlagen.

In diesem Jahr soll zum ersten mal der „Dinslakener Heimat-Preis“ verliehen werden. Der Planung für den genaueren Ablauf hat der Hauptausschuss des Stadtrates nun bereits zugestimmt. Als nächstes geht die Sache noch in den Stadtrat.

Der „Dinslakener Heimat-Preis“ soll das „heimatbezogene Engagement von Gruppen und Einzelpersonen“ würdigen. Es gibt drei Kriterien, die für die Preisvergabe eine Rolle spielen. Erstens: Es geht um einen Beitrag zur Bewahrung und Stärkung der lokalen und regionalen Identität, den die Kandidaten geleistet haben. Zweitens: Um einen Beitrag zur Bewahrung und Stärkung der Gemeinschaft und des Zusammenlebens in Dinslaken. Und drittens: Um einen Beitrag zur Erhaltung von Traditionen, zur Pflege des Brauchtums und zur Erhaltung und Stärkung des lokalen und regionalen Erbes. Die Stichworte sind also: Identität – Gemeinschaft – Brauchtum und Geschichte.

Die Vorgehensweise zur Auswahl der Preisträger hat die Stadtverwaltung ausgearbeitet. Sie schlägt vor, sich an der „bewährten Vorgehensweise beim Maria-Euthymia-Preis zu orientieren“, wie es in ihren Ausführungen heißt. Das bedeutet: Erstmal sind die Bürger aufgefordert, Vorschläge zu machen. Der Aufruf dazu wird unter anderem in der Presse verbreitet. Wer einen möglichen Kandidaten im Auge hat, kann sich melden.

Für den Heimatpreis stehen 5000 Euro Preisgeld zur Verfügung. Ob diese Summe als Ganzes in voller Höhe vergeben oder aufgeteilt wird, soll die Jury nach Sichtung der Vorschläge entscheiden. Möglich wäre bei drei Preisträgern die Staffelung von 2500 Euro für den 1. Platz, 1.500 Euro für den 2. Platz und 1000 Euro für den 3. Platz. Bei zwei Preisträgern: 3500 Euro für einen Erstplatzierten, 1500 Euro für den zweiten Platz.

Die Preisverleihung soll im Herbst 2019 sein. Dazu wird eine feierliche öffentliche Veranstaltung im Ratssaal ins Auge gefasst.

Dass es einen Heimatpreis gibt, geht auf eine Initiative der Landesregierung zurück: das Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“. Bis 2022 stehen darüber rund 150 Millionen Euro zur Verfügung, um Projekte und Initiativen vor Ort zu fördern. Das Förderprogramm besteht aus verschiedenen Elementen: Heimat-Scheck, Heimat-Preis, Heimat-Werkstatt, Heimat-Fonds und Heimat-Zeugnis. Die Auslobung des Heimat-Preises ist also eine dieser Säulen, und kreisangehörige Kommunen können die 5000 Euro Preisgeld dafür bekommen. Zahlreiche Kommunen machen davon Gebrauch und haben die Vergabe von Heimatpreisen angestoßen.

Die Stadtverwaltung empfiehlt, dass die Jury bei der Preisvergabe in diesem Jahr besonders das langjährige Engagement von Kandidaten für den Heimatpreis berücksichtigen sollte. In den kommenden Jahren will Nordrhein-Westfalen nämlich eigene Schwerpunkte für die Vergabe der Preise vorgeben. Aber das soll erst ab 2020 geschehen, in diesem Jahr gibt es eine solche Vorgabe noch nicht.

Geklärt wurde aber im Vorfeld, dass sich der Preis auf jeden Fall vom „Maria-Euthymia-Preis“ abgrenzen soll. Mit diesem würdigt die Stadt Dinslaken alle zwei Jahre herausragendes ehrenamtliches Engagement.

(szf / mt)
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