Gefahr für Mensch und Tier Stadt Dinslaken warnt vor Blaualgen im Rotbachsee

Dinslaken · Der Lippeverband und die Stadt Dinslaken warnen vor Kontakt mit dem Seewasser. Die Bakterien können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen.

 Der Lippeverband hat am Rotbachsee in Hiesfeld Warnschilder aufgestellt.

Der Lippeverband hat am Rotbachsee in Hiesfeld Warnschilder aufgestellt.

Foto: EGLV/Julian Emre

Als der Lippeverband am vergangenen Freitag die Warnschilder aufstellte, war es nur ein Verdacht, jetzt ist er bestätigt: Blaualgen haben sich im Rotbachsee breit gemacht. Der Wasserwirtschaftsverband warnt Spaziergänger vor Kontakt mit dem Seewasser. Auch Hunde sollten nicht aus dem Rotbach trinken oder darin baden. Grund für die besorgniserregende Ausbreitung der Blaualge ist die anhaltende Hitze in diesen Tagen und die Sauerstoffknappheit in dem stehenden Gewässer.

Anders als der Name es vermuten lässt, handelt es sich bei der Blaualge weder um eine Alge noch ist sie blau. Es sind Bakterien (Cyanobakterien), die einen eher grünlichen Teppich auf den Gewässern bilden.  Einzeller, die zu den ältesten Lebensformen auf der Erde zählen und im Wasser gelösten Stickstoff aus der Luft aufnehmen. Einige Blaualgen-Arten produzieren Giftstoffe. Bei einer normalen Konzentration sind Blaualgen ungefährlich. Das ändert sich aber, wenn sie sich – wie jetzt im Rotbachsee – stark vermehren.

 So sieht ein typischer Blaualgenteppich aus. Der Lippeverband warnt vor dem Kontakt mit dem Seewasser.

So sieht ein typischer Blaualgenteppich aus. Der Lippeverband warnt vor dem Kontakt mit dem Seewasser.

Foto: dpa/Uwe Zucchi

Blaualgen können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen. In Seen mit auffälligem Algenwachstum sollte nicht gebadet werden. Insbesondere bei kleinen Kindern sollte man kein Risiko eingehen. Hunde sind ebenso gefährdet und sollten keinesfalls in Kontakt mit dem Wasser aus dem Dinslakener See kommen.

Bei Tieren, die mit den Giftstoffen angereichertes Wasser getrunken haben, sei es in der Vergangenheit wiederholt zu Todesfällen gekommen, sagt das Leibnizinstitut für Ostseeforschung, das sich wegen der häufigen Belastung dieses Meeres mit Blaualgen mit dem Thema befasst. Bekannt seien solche Todesfälle von Rindern, Hunden und Enten.

Blaualgen senken den Sauerstoffgehalt im Gewässer. Der Lippeverband misst daher nun zweimal täglich den Sauerstoffgehalt des Rotbachsees. Noch ist die Situation für die Fische im See unbedenklich, doch der Verband wird die Situation weiterhin engmaschig beproben und beobachten, um notfalls Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Der Lippeverband weist weiterhin darauf hin, dass die Fütterung von Fischen und Wasservögeln das Wachstum der Algen begünstigt. Daher sollten Bürgerinnen und Bürger besonders in den Sommermonaten darauf verzichten.

Und auch wenn das Schwimmen im Rotbachsee nicht gestattet ist, machen die Warnhinweise auf jeden Fall Sinn. Denn es gibt durchaus einige Stellen, an denen Menschen verbotswidrig ins Wasser gelangen könnten.

Da auch in den nächsten Tagen hohe Temperaturen vorhergesagt sind, wird dies die Ausbreitung der Blaualgen noch weiter befördern.

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