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Dinslaken: Verdacht auf Omikron-Variante an Schule

Corona-Pandemie : Omikron ist in Dinslaken angekommen

In der Belegschaft der Altenpflegeeinrichtung Alfred-Delp-Haus gibt es einen Omikron-Fall, an der Ernst-Barlach-Gesamtschule gibt es einen Verdachtsfall. Dutzende Siebtklässler sind in Quarantäne.

Im Kreis Wesel gibt es den ersten  Fall einer Corona-Infektion mit der neuen Omikron-Variante. „Der bestätigte Fall innerhalb eines familiären Clusters steht in Zusammenhang mit einem Omikron-Fall aus Duisburg“, teilt der Kreis Wesel mit.  Mittelbar und unmittelbar betroffen sind in Dinslaken die Altenpflegeeinrichtung Alfred-Delp-Haus der Caritas und die Ernst-Barlach-Gesamtschule.

So wurde eine Infektion mit der Omikron-Variante bei einer Mitarbeiterin des Alfred-Delp-Hauses nachgewiesen.  Nun wird das ganze Haus durchgetestet: Alle rund 80 Bewohner und noch einmal etwa so viele Angestellte. „Wir haben bis jetzt noch keinen Krankheitsverlauf“, erklärt allerdings Caritas-Chef Michael van Meerbeck. „Es gibt auch noch keine Feststellung, dass ein weiterer Mensch sich angesteckt hat.“ Die betroffene Kollegin sei ebenfalls symptomfrei gewesen.

Kurzfristig hatte die Einrichtung sich am Mittwoch komplett abgeschottet. Nun bestehe noch eine vorsorgliche Quarantäne bis 15. Dezember für lediglich zwei Etagen, sofern bei den Tests keine weiteren Fälle entdeckt werden, heißt es. Die Caritas befürwortet strenge Sicherheitsvorkehrungen ausdrücklich. „Keiner weiß, wie diese Virusvariante sich verhält und wie sie sich eingrenzen lässt“, sagt van Meerbeck. Man wolle alles tun, um Risiken zu mindern.

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Allerdings bedeutet die Angelegenheit für alle eine große Belastung. Es gibt Ängste. Die Bewohner können keinen Besuch bekommen. Und die Belegschaft sei in „Arbeitsquarantäne“, das heißt: Die Angestellten dürfen nur zwischen Arbeitsstelle und zu Hause pendeln. Van Meerbeck äußert Respekt für ihre Leistung: „Dass die das durchhalten. Dass die das mitmachen, dass die im Beruf bleiben und für die Menschen da sind.“

Die Mitarbeiterin, bei der die Infektion festgestellt wurde, sei übrigens vollständig geimpft, ihre letzte Impfung war im August. Es handelt sich bei dem Omikron-Fall also um einen Impfdurchbruch.

An der Ernst-Barlach-Gesamtschule wiederum sind Dutzende Kinder vorsorglich in Corona-Quarantäne: „Eine komplette Klasse und fünf weitere Kurse“, erklärt Schulleiter Hans-Ulrich Wangerin. Hier galt eine Siebtklässlerin am Mittwoch als „Verdachtsfall“. Ein PCR-Test hatte die Corona-Infektion bereits bestätigt, die  Untersuchung auf die Virus-Variante stand aber noch aus.  Der Kreis kündigt an, auf diese Analyse zu warten: „Auf Basis des Ergebnisses bewertet das Gesundheitsamt die Situation und die ausgesprochenen Quarantänen dann neu.“

Eigentlich muss jede Schule mit so etwas rechnen. Trotzdem war Rektor Wangerin von der Meldung am Dienstag überrascht. Denn seit einiger Zeit habe es „so gut wie überhaupt kein Infektionsgeschehen“ in der Einrichtung gegeben, sagt er: Nur vereinzelt Fälle im Laufe von Wochen. „So verschwindend wenige, dass ich schon gedacht habe, der Kelch geht an uns vorüber.“

Zumindest erfüllen die Schnelltests, die drei mal wöchentlich in allen Klassen durchgeführt werden, offenbar ihren Zweck. Auch bei der jetzt betroffenen Schülerin war zunächst ein Schnelltest positiv ausgefallen.  „Diese Testungen sind mittlerweile Routine geworden“, sagt Wangerin. „Das läuft wie am Schnürchen, und wir werden auch vom Land mit Testmaterial gut versorgt.“

Der Schulbetrieb laufe jetzt relativ normal weiter. Lehrkräfte sind nicht in Quarantäne, denn das verlangen die Vorschriften nicht. Im Unterricht herrscht seit einer Woche wieder Maskenpflicht, und es gelten Abstandsregeln. Zudem ist das Kollegium durchgeimpft, und auch unter den älteren Jugendlichen gibt es eine hohe Impfquote.

Die Kinder, die zu Hause bleiben müssen, könne man allerdings vorläufig nur mit Übungen und Aufgaben versorgen. Eine richtige „Beschulung“, während parallel noch der Präsenzunterricht läuft, sei nicht möglich. Dazu fehle es schon an der Ausstattung: „Auch unsere Schule ist von der rückständigen digitalen Infrastruktur betroffen.“

Als der Kreis Wesel das Geschehen am Mittwoch mitteilte, kam es zwischenzeitlich zu beachtlichen Verwirrungen bei der Zahl der vermeintlich betroffenen Siebtklässler. Zunächst war von 120 Kindern in Quarantäne die Rede. Später hieß es, es gehe um 43 Schülerinnen und Schüler. Erklärt wurde das durch „Übertragungsfehler“. Eine Fehlerquelle kann aber auch der Umstand sein, dass Gesamtschüler immer in einer Reihe von Kursen vertreten sind. So kann es   zu doppelten Zählungen kommen, wenn Gruppengrößen einfach addiert werden. Der Kreis Wesel konnte am Mittwoch nicht mehr ermitteln, wie genau man anfangs auf die Zahl von 120 Kindern gekommen war.