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Dinslaken und Hünxe gehen in Dialog zur L4n – die wichtigsten Antworten

Auftaktveranstaltung ist am 13. Mai : Dialog L 4n – die wichtigsten Antworten

Was soll der Dialog über den Plan für den Straßenbau bringen, wenn die Fronten doch jetzt schon klar sind? Welchen Einfluss wird das haben, was da geredet wird? Maik Bohne vom Beratungsunternehmen Ifok klärt drängende Fragen.

Mit einem Info-Abend im Mai startet der Dialogprozess zur L4n. In einem Dialogforum, einer etwa 30-köpfigen Runde, sollen sich später Vertreter aus Dinslaken und Hünxe mit Institutionen, Planern und Behörden über einen möglichen Trassenverlauf der umstrittenen geplanten Landstraße auseinandersetzen.

Die Standpunkte in Dinslaken und Hünxe sind gefestigt, die Interessen widersprechen einander. Welche Chancen gibt es da eigentlich für eine Einigung?

Der Moderator Maik Bohne vom Beratungsinstitut Ifok, der den Prozess begleiten wird, beurteilt die Lage anders. Im Moment sei eine Einigung zwar wirklich schwer vorstellbar, räumt er ein, aber seiner Erfahrung nach könne sich das ändern. Denn im Dialogforum bekämen die Teilnehmer ein Bild davon, welche Überlegungen die Planer der Straße anstellen. „Im Laufe des Gesprächsprozesses wird immer klarer werden, was geht und was nicht geht“, so Bohne. „Da wächst ein Verständnis für Machbarkeiten.“ Dadurch werde sich auch herauskristallisieren, welche Kompromisse vorstellbar seien. „Ich würde da einfach für Geduld plädieren“, sagt er.

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Wie sollen Laien in so einem Forum richtig mitreden können?

Am Anfang werde sehr viel Zeit in den „Wissensaufbau“ investiert, erklärt Maik Bohne. So würden die Teilnehmer fitgemacht, um mitzureden. Es gehöre zu seiner Aufgabe, darauf zu achten, dass Inhalte wirklich verständlich erklärt würden. „Im Laufe der Sitzungen wird man schon immer mehr zum Experten.“

Wie sollen sich Bürger von dem Forum richtig vertreten fühlen? Schließlich sitzen darin keine gewählten Sprecher.

Aber ein breites Spektrum von Vertretern unterschiedlicher Interessengruppen, erläutert Maik Bohne. So sind Bürger- und Anwohner-Initiativen im Boot, Vereine und Verbände, zum Beispiel Naturschützer, aber auch Sprecher für die Landwirtschaft oder Unternehmen. So würden durchaus viele Menschen repräsentiert, und Interessierte fänden passende Ansprechpartner.

Im Dialogforum sollen zudem Bürger sitzen, die aus dem großen Kreis Interessierter per Losverfahren zufällig ausgewählt werden. Die „vertreten“ zwar niemanden, erweiterten aber den Blick und könnten unkonventionelle Denkanstöße geben, beschreibt Bohne. „Das ist zur Zeit in vielen Dialogprozessen, die wir deutschlandweit machen, ein sehr interessantes Instrument.“

Warum tagt das Forum nicht öffentlich? Wie sollen Interessierte da auf dem Laufenden bleiben?

„Sobald die Sitzungen öffentlich werden, ist es schwierig, miteinander so ins Gespräch zu kommen, dass es kein Schaulaufen wird“, sagt Maik Bohne. Aber die Prokolle der Sitzungen würden ins Internet gestellt, und es werde zwischendurch Info-Veranstaltungen geben. Das Dialogforum soll bis 2021 laufen.

Ist das Ziel der Sache überhaupt, dass eine Einigung herauskommt?

Nicht unbedingt. Eine Einigung über einen Trassenverlauf wäre zwar ein schönes, willkommenes Ergebnis, aber das ist nicht die erklärte Aufgabenstellung des Dialogforums. Vielmehr soll darin eine Diskussion entstehen, bei der am Ende alle Beteiligten übereinkommen, „dass es fair und strukturiert und sachlich zugegangen ist und jeder seine Sichtweise einbringen konnte“, so Maik Bohne. Es soll ein Ergebnisbericht dabei herauskommen, der alle Sichtweisen auffängt, der klärt, welche „Betroffenheiten“ es gibt und „mit dem die Planer und beide Kommunen weiter arbeiten können“, fasst Bohne zusammen.

Welchen Einfluss hat das, was bei dem Forum diskutiert wird?

Maik Bohne ist überzeugt: „Es wird auf jeden Fall Gewicht haben.“ Bei der L4n sei man in einer außergewöhnlichen Situation: „Straßen NRW ist sehr früh in der Planung“, sagt er. Sichtweisen und Hinweise der Forums-Teilnehmer könnten noch in grundsätzliche Überlegungen einfließen. Seiner Erfahrung nach nähmen Fachleute sich davon eine Menge an, denn Einwohner seien „Experten“ zu den Vorgängen und Faktoren, die in einem Gebiet eine Rolle spielen. Sie könnten unerwartet Hinweise dazu geben, was mitbedacht werden müsse. Dass seine Interessen oder Anmerkungen eins zu eins umgesetzt werden, das dürfe allerdings niemand erwarten.

Ab wann wird man sich über konkrete Varianten für eine Straßenführung unterhalten können?

Konkrete Vorschläge, über die man beraten könnte, würden wahrscheinlich im Jahr 2020 vorgelegt.