1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Dinslaken: Ulrike Friedhoff ist seelsorgliche Begleiterin im Altenheim St. Fanziskus

Franziskusheim Dinslaken : Senioren seelsorglich begleiten

Ulrike Friedhoff arbeitet im Sankt Franziskus Altenpflegeheim. Sie hat sich ein Jahr lang zur seelsorglichen Begleiterin ausbilden lassen.

Für viele Menschen ist der Umzug in eine Altenhilfeeinrichtung ein besonderer Einschnitt. Die Herausforderungen, mit denen ältere Menschen konfrontiert sind, sind vielfältig: die körperlichen, geistigen und seelischen Veränderungen, die das Altern mit sich bringen, veränderte Alltäglichkeiten, Lebensgewohnheiten, Selbstständigkeit, veränderte Beziehungsnetze, Glaubens- und Sinnfragen.

Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner brauchen in dieser Zeit seelsorgliche Unterstützung. 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in solchen Einrichtungen im Bistum Münster haben sich im zurückliegenden Jahr zu seelsorglichen Begleitern ausbilden lassen. Kurz vor Weihnachten schlossen sie die Fortbildung unter dem Titel „Auch die Seele braucht ein Zuhause“ mit einer virtuellen Feierstunde ab. Weihbischof Dieter Geerlings dankte den Teilnehmenden in einem Beitrag dafür.

Unter ihnen ist auch Ulrike Friedhoff aus dem St. Franziskus Altenpflegeheim in Dinslaken. Schon die ehemaligen Ordensschwestern im Haus, Schwester Plautilla und Schwester Wiltrudis, hatte sie öfter bei der Seelsorgearbeit begleitet. „Ich brauchte das Handwerkszeug und wartete auf die Gelegenheit zur Fortbildung“, erklärt Ulrike Friedhoff im Gespräch. 2019 meldete sie sich für die etwa einjährige, vom Bistum finanzierte Schulung an.

Unterstützung erhielt sie vom leitenden Pfarrer der Gemeinde St. Vincentius, Barthel Kalscheur, von ihrem Mentor Adolfo Terhorst, damals Krankenhausseelsorger im St. Vinzenz-Hospital, und von Winfried Kopp, Leiter im St. Franziskus Altenpflegeheim und Delegierter im Caritasverband. „Natürlich habe ich mich für den Kurs eingesetzt. Wir sind ein christliches Haus und übernehmen auch die Personalkosten von Frau Friedhoff. Schließlich profitieren alle hier von ihrer Ausbildung. Das ist auch im Sinne des Trägers“, so Kopp.

Überwiegend virtueller Unterricht, so manche Videokonferenzen: Corona habe zu manchen Hindernissen geführt und die Fortbildung bestimmt, so Ulrike Friedhoff. In vier Blöcken beschäftigten sich die Teilnehmenden zunächst mit ihrem eigenen Glauben, um sich anschließend mit Fragen der Gesprächsführung sowie mit liturgischen Elementen als Kraftquelle des Glaubens auseinanderzusetzen. „Es ging auch um den Aufbau von Wortgottesdiensten und das Finden von entsprechenden Texten“, erklärt sie. „Aber es gibt immer viele Hilfestellungen. Wir Teilnehmer schicken uns untereinander die Sachen über das Internet zu.“ Die Fortbildung beinhaltete außerdem ein seelsorgliches Projekt, das die Teilnehmenden in ihrer jeweiligen Altenhilfeeinrichtung umsetzten. Für Ulrike Friedhoff war es das Projekt „Atempause“, ein spirituelles Angebot für Mitarbeiter in der Kapelle der Einrichtung, wo zweimal im Monat auch Wortgottesdienste für die Bewohner stattfinden. „Die Atempause ist eine zehnminütige Kurzandacht. Ich möchte die Leute aus ihrem Alltag herausholen und mit Impulsen auf andere Gedanken bringen“, sagt Friedhoff.

Kleine Projekte seien wichtig für sie. „In Coronazeiten ist zwar alles anders, aber ich versuche, Anlaufstelle für die Menschen hier zu sein. Wer kommt, der kommt“, freut sie sich über jeden Besucher. Auch über das Seelsorgekonzept und das Altenpflegeheim hat Ulrike Friedhoff schon geschrieben und sich jüngst zur Kommunionhelferin ausbilden lassen. „Wir können froh sein, dass Menschen so etwas machen“, lobt Winfried Kopp und überreichte der neuen Begleiterin Blumen.

(P.N.)