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Dinslaken: Über 20 Kinderwagen vor Entsorgung gerettet und gespendet

Spenden statt entsorgen : Dinslakenerin rettet 20 Kinderwagen vor dem Müll

Mit Unterstützung von Bürgermeisterin Michaela Eislöffel und der Bürgerhilfe Dinslaken wurden bereits Abnehmer gefunden.

Spenden statt wegwerfen – dieser Idee folgte die Dinslakerin Angelika Knorr, Vertriebsmitarbeiterin der Firma „Baby Jogger“, als sie kürzlich ein Lager ausräumen sollte. Denn unter den zu entsorgenden Gegenständen waren auch über 20 Kinderwagen. Es sind Auslaufmodelle, die nicht mehr produziert werden und deren Zubehör farblich nicht abgepasst ist – für den Verkauf ungeeignet aber sonst vollkommen in Ordnung. Kurzentschlossen setzte sich Knorr mit der Firmenleitung in Verbindung und fragte, ob die Jogger nicht gespendet werden könnten. Sie bekam die Freigabe. „Baby Jogger“ übernahm die Transportkosten und lieferte die Kinderwagen an Angelika Knorr.

Hilfesuchend wandte sich Knorr dann an Bürgermeisterin Michaela Eislöffel, um die Kinderwagen schnellstmöglich an Menschen zu verteilen, die sich sonst so einen Wagen nicht leisten können. „Ich würde mich sehr freuen, wenn meine Stadt diese Kinderwagen vor der Entsorgung retten würde“, schrieb Knorr an die Bürgermeisterin. Und diese wusste direkt an wen sie sich wenden kann: die Bürgerhilfe Dinslaken, die unter anderem den „Kost Nix Laden“ betreibt. „Da es bei dem ‚Kost Nix Laden’ um das Thema Nachhaltigkeit geht, war ich mir sicher, hier die richtigen Ansprechpartner zu finden“, sagt Eislöffel und führt aus: „Denn genau darum geht es ja: Die Ware nachhaltig weiter zu verwenden statt zu entsorgen.“

Die Nachricht traf bei der Bürgerhilfe auf offene Ohren. „Es ist klasse, wenn wir solche Dinge vor der Entsorgung retten können, um sie an andere Stelle weiterzugeben, um damit die nachhaltige Verwendung sicherzustellen“, sagt Marina Thümer, erste Vorsitzende der Bürgerhilfe Dinslaken. Schnell war der Weitertransport und die erste Verteilung organisiert und terminiert. Da jedoch kurzfristig zwei Fahrer der Bürgerhilfe ausfielen, suchte Ingo Kramarek, zweiter Vorsitzender der Bürgerhilfe, Unterstützung beim Caritasverband für die Dekanate Dinslaken und Wese. Caritasdirektor Michael van Meerbeck sicherte schnell die Unterstützung und stellte Helfer sowie Fahrzeug zur Verfügung. „Ich kann den Einsatz der Caritas nur loben“, sagt Kramarek. „Die Ehrenamtshilfe zeigt, wie gut in Dinslaken organisationsübergreifend gearbeitet werden kann.“

Die ersten Kinderwagen wurden bereits an das Frauenhaus Dinslaken übergeben. Angelika Knorr und Michaela Eislöffel waren vor Ort und packten mit an. Knorr sprach der Bürgermeisterin für ihren Einsatz sowie die schnelle und reibungslose Abwicklung ihren Dank aus. Eislöffel gab diesen an die ehrenamtlichen Helfer weiter und überreichte Knorr einen Blumenstrauß.

Die Bürgerhilfe bittet jetzt die sozialen Vereine und Organisationen der Stadt zu prüfen, ob sie einen Bedarf nach den Kinderwagen haben. Dann werden diese auf die Dienste verteilt. „Die Kinderwagen sollen keine Ladenhüter sein, sondern schnellstmöglich verteilt werden“, sagt Ingo Kramarek. Und Marina Thümer ergänzt: „Im Kost-Nix-Laden geht es nicht vorrangig um Bedürftigkeit, sondern um Nachhaltigkeit. Wir würden uns sehr freuen, wenn dieses Beispiel viele Anhänger finden würde, die gerne ihre Überkapazitäten, Rückläufer oder B-Waren an den Kost-Nix-Laden spenden, statt sie zu entsorgen.“

(capf)