DInslaken: Schuldiskussion geht weiter

Schuldiskussion in Dinslaken geht weiter : Realschule will in Hiesfeld bleiben

Die Realschule kämpft darum, an ihrem Standort in Hiesfeld bleiben zu dürfen. Bianca Bruckermann, Pflegschaftsvorsitzende der Schule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum, hat einen offenen Brief geschrieben.

In einer Ergänzung zum Schulentwicklungsplan von 2016 hat Gutachter Heinfried Habeck im Juni diesen Jahres eine Verlagerung der Hiesfelder Realschule  in die Gebäude der Sekundarschule am Volkspark und die Gründung einer zweiten Gesamtschule in Hiesfeld ins Spiel gebracht. Für genau diese Variante hat sich Ende vergangener Woche der Leiter der Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS), Hans-Ulrich Wangerin, noch einmal vehement eingesetzt und gefordert, dass auch die Realschule nicht von schulorganistorischen Veränderungen ausgespart werden dürfe. In einem offenen Brief an die Fraktionen im Dinslakener Rat und Bürgermeister Michael Heidinger fordert die Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule jetzt genau das Gegenteil. Für sie kann es nur eine sinnvolle Lösung geben: Die Schulen im Gustav-Heinemann-Schulzentrum(GHZ) – also das Gymnasium und die Realschule – müssten in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben. Eine neue Gesamtschule dagegen soll im Gebäude am Volkspark starten. Bianca Bruckermann weist allerdings darauf hin, dass diese Schule definitiv mehr Unterstützung brauche, als sie die Sekundarschule dort erfahren habe, weil sie sonst gegen das Renommee der EBGS keine Chance habe.

Die Sekundarshule, so ihre Kritik, sei nach ihrer Gründung weitgehend allein gelassen worden. Mit mehr Unterstützung des Schulträgers, also der Stadt Dinslaken,  hätte vermutlich die Situation, dass diese Schule jetzt wegen mangelnder Akzeptanz bei den Eltern geschlossen werden soll, vermieden werden können. Aus der neuen Elternbefragung, so die Schulpflegschaftsvorsitzende, gehe hervor, dass es in Dinslaken einen größeren Bedarf an Gesamtschulplätzen gebe, als aktuell vorhanden seien. Allerdings lasse sich aus den Zahlen nicht ablesen, dass diese zusätzlichen Plätze in Hiesfel entstehen sollten.

Die Ergebnisse der einzelnen Grundschulen zeigen, dass die meisten Eltern aller Grundschulen bei der Wahl einer weiterführenden Schule eine wohnortnahe Schule bevorzugten. Im Einzugsbereich der Innenstadtschulen befänden sich sechs Grundschulen, in denen

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die meisten Eltern neben Theodor-Heuss- und Otto-Hahn-Gymnasium die EBGS wählen würden. Die nach der Klasse 6 von den Gymnasien abgeschulten Kinder und deren Eltern würden sich trotz ihrer Fehl­entscheidung bei der Schulwahl sicher trotzdem eine wohnortnahe Schule wünschen – ein Wunsch, der bei einer auf fünf Züge reduzierten EBGS kaum noch zu erfüllen sein dürfte – aktuell landeten viele dieser Kinder an der Sekundarschule.

Im Einzugsgebiet des Gustav-Heinemann-Schulzentrums gebe es vier Grundschulen, deren Eltern sich mehrheitlich für den Erhalt von Gymnasium und Realschule aussprächen – wie die Zahlen der Elternbefragung deutlich zeigten. Erst an dritter Stelle stehe der Wunsch nach einer Gesamtschule. Die von Gymnasium im GHZ abgeschulten Kinder könnten von der Realschule in Hiesfeld wohnortnah „aufgefangen“ werden. Der Name der Realschule habe eine große Akzeptanz und die Schule sei fest im Stadtteil verwurzelt.

Für die Lösung, Gymnasium und Realschule am Standort in Hiesfeld zu belassen, hat sich nach der Elternbefragung eindeutig die CDU-Fraktion stark gemacht. DIe Linke, die Unabhängige Bürgervertretung und die Grünen haben sich dagegen für die Errichtung der zweiten Gesamtschule in Hiesfeld ausgesprochen. Spannend ist also insbesondere, wie sich die Sozialdemokraten positionieren werden. Die, so sagte Fraktionschef Jürgen Buchmann gestern der Rheinischen Post, wollen erst die Vorlage der Verwaltung für die Sondersitzung des Schulausschusses am 9. November abwarten, bei der das Thema auf der Tagesordnung steht und wollen sich nicht vorher erklären.

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