Dinslaken: Schuhaus Schmelzer schließt nach 64 Jahren

Ledermoden Bröker zieht in die Geschäftsräume: Schuhhaus Schmelzer schließt im Januar

Nach 64 Jahren verabschiedet sich das Traditionsgeschäft aus Dinslaken. Der Vermieter kündigte den Vertrag. Ledermoden Bröker zieht im Februar in das Ladenlokal.

(aha) Das Dinslakener Traditionsgeschäft Schuhhaus Schmelzer schließt. Plakate in den Fensterscheiben kündigen den Räumungsverkauf an. Ende Januar ist Schluss. Das Geschäft gibt es seit 64 Jahren in Dinslaken.

Vor wenigen Wochen hatte Wirtschaftsförderin Svenja Krämer im Ausschuss für Wirtschaftsförderung angekündigt, dass Ledermoden Bröker – das im Juli vom Inhaber an die Kette Leder Heger Berensen übergegangen ist – von seinem Ladenlokal auf der Neustraße in ein anderes ziehen möchte, das noch vermietet ist. Dabei handelt es sich um die Schmelzer-Räume.

Das Schuhgeschäft Schmelzer gehört seit 20 Jahren zum Unternehmen Schlatholt, das auf eine 125-jährige Geschichte in Gelsenkirchen zurückblicken kann und Standorte unter anderem in Gelsenkirchen, Herne, Hagen und Castrop-Rauxel hat. Geschäftsführer und Gesellschafter von Schlatholt ist Thomas Schmelzer, der aus einer alten Dinslakener Schuhhändlerfamilie stammt. Sein Vater und Großvater waren bereits Schuhhändler in Dinslaken, das Schuhhaus behielt seinen traditionellen Namen.

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Nun, nach 64 Jahren an der Neustraße in Dinslaken wurde der Mietvertrag gekündigt, bedauert Thomas Schmelzer. Er wäre gerne in Dinslaken geblieben und würde auch nach der Schließung im Januar hier wiedereröffnen, wenn es ein adäquates Ladenlokal an der Neustraße gäbe, das groß genug sei und zwischen dem jetzigen Geschäft und der Neutor-Galerie läge. Im unteren Bereich der Neustraße sei die Kundenfrequenz geringer, so Schmelzer. Wirtschaftsförderin Svenja Krämer hatte im Ausschuss berichtet, dass man einen Ausweichstandort suche. Zu den Fortschritten wollte sich die Stadt Dinslaken aktuell nicht äußern, ebenso wenig wie zur Zukunft des Bröker-Ladenlokals.

Im Jahr 2016 geriet Schlatholt in finanzielle Turbulenzen, trennte sich von sieben Filialen. Im Sommer 2017 übernahm die Permactum GmbH als alleiniger Gesellschafter alle zwölf Filialen. Im März dieses Jahres stellte auch Permactum dann einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Gelsenkirchen, im Sommer schloss auch eine Schlatholt-Filiale in Duisburg. Das Insolvenzverfahren wurde inzwischen aufgehoben, das Unternehmen sei gesichert, sagt Thomas Schmelzer. Die zum Teil langjährigen Mitarbeiter würden versetzt. Leder Bröker wäre auch bereit, Angestellte zu übernehmen, so Geschäftsführer Jürgen Berensen. Bröker schließt am aktuellen Standort am 24. Dezember und wird im Februar in den Schmelzer-Räumen „größer und schöner“ wieder eröffnen, so Berensen.

(aha)
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