Dinslaken: In einem Ladenlokal an der Bahnstraße bietet die Pfarrei St. Vincentius Veranstaltungen an

Angebot in Dinslaken : Kirche im Ladenlokal

In einem leerstehenden Ladenlokal an der Bahnstraße hat eine Gruppe aus der Pfarrei St. Vincentius Veranstaltungen für diejenigen angeboten, die sonst nicht so oft in die Kirche gehen.

Den Leerstand eines Ladenlokals an der Bahnstraße nahm eine Gruppe aus dem Pfarreirat der katholischen Kirchengemeinde St. Vincentius in Dinslaken zum Anlass, dort eine Aktion zu starten. „Die Spinner“ nennen sich die engagierten Ehrenamtler. „Wir haben uns bei der Idee an der Aktion ,Kunst statt Leerraum’ orientiert“, erzählt Martin Schrör, der zu den „Spinnern“ gehört. Nur dass es nun eben ein Stück Kirche im bis dahin leeren Ladenlokal gab.

„Wir wollten etwas anbieten, was abseits der Pfarrei stattfindet, und das war für uns eine Gelegenheit, nach außen zu gehen“, erklärt er. Dazu suchte man sich einen Raum, der eben nicht direkt etwas mit Kirche zu tun hat. „Viele gehen ohne besonderen Anlass nicht in die Kirche“, sagt Schrör. „Und wir wollten Menschen ansprechen, die nicht unbedingt viel mit Kirche zu tun haben.“

Da kam das leere Ladenlokal an der Bahnstraße gerade recht. Unter dem Motto „Kirche in der Bahnstraße“ hatte man schon in der Vorweihnachtszeit zu einem adventlichen Impuls mit Adventsfrühstück eingeladen. Jetzt im Januar folgten zwei weitere Einladungen zum kostenlosen Frühstück mit anschließenden Vorträgen. Dabei redete Martin Schrör, selbst Kneipp-Bademeister und medizinischer Bademeister, zu Gesundheitshemen unter dem Motto „Auf den Spuren von Pfarrer Sebastian Kneipp – Gesundheit ohne Geld“. „Das ist ein Thema, das viele Menschen angeht“, erklärt er.

Zudem war es, aufgrund der relativen Spontanität der Aktion an der Bahnstraße, schwierig, weitere Vortragende zu gewinnen. „Wir haben das alles erst kurz vor dem Advent beschlossen“, sagt Martin Schrör. „Aber der Kirchenvorstand hat uns unterstützt und es uns auch ermöglicht, das Ladenlokal für die Zeit anzumieten.

Der relativ zentrale Standort ermöglichte es den Ehrenamtlern auch, einfach Passanten anzusprechen, die zufällig am Laden vorbeikamen. „Wir wollten die Menschen ansprechen und versuchen, die zu erreichen, die sonst mit der Kirche nicht so viel zu tun haben“, erklärt Martin Schrör. In dieser Hinsicht sei das Experiment mit der „Kirche in der Bahnstraße“ schon nicht schlecht gewesen, auch wenn Schrör selbst zugibt, dass die Beteiligung bei den einzelnen Veranstaltungen gerne hätte höher ausfallen können.

„Ich bin ganz zuversichtlich, dass man mit der Aktion noch mehr Menschen erreichen kann, wenn man so etwas nochmal macht“, sagt Martin Schrör. Denn die Idee, sich als Gemeinde nach außen zu öffnen und Menschen anzusprechen, die ihre Wurzeln nicht in der Gemeinde haben, bleibt weiter bestehen. „Wir könnten es uns auch vorstellen, nochmal so eine Aktion mit einem Ladenlokal zu machen. Dann aber mit etwas mehr Vorlaufzeit“, sagt Martin Schrör.

Zuerst steht aber ein Rückblick darauf an, was man mit der Aktion erreicht hat und was man eventuell bei einer Wiederholung noch verbessern könnte. Das Projekt der „Kirche in der Bahnstraße“ endete am Wochenende und damit zieht die Kirche wieder aus und lässt das Ladenlokal erstmal leer zurück.

Aber die „Spinner“ wollen auch in Zukunft Ideen erproben, Menschen außerhalb der Kirchengemeinde zu erreichen. „Menschen mit guten Ideen dazu sind uns stets willkommen“, sagt Martin Schrör.

Mehr von RP ONLINE