Dinslaken: Freundeskreis Stadtbibliothek startet Kiloverkauf

Freundeskreis Stadtbibliothek : Tonnenweise Futter für Bücherwürmer

Der Freundeskreis Stadtbibliothek und Stadtarchiv hat den Kiloverkauf gestartet. Büchereien aus der Region durften bereits einen Tag vorher zugreifen.

Hunderte Kisten stapeln sich übereinander, Regale voller Bücher – kein Wunder in einer Stadtbibliothek würde der geneigte Leser jetzt sagen. Doch diese Kisten und Regale sind zusätzlich, sind für den Kiloverkauf des Freundeskreises Stadtbibliothek und Stadtarchiv vorgesehen. Sigrid Wojciechowski von der Bücherei Möllen schaut sich interessiert um. Und greift zu, erst ein Buch, dann zwei, drei und schon bald sind die ersten Kisten mit schönstem Lesestoff gefüllt.

Bereits vor dem eigentlichen Kiloverkauf, konnten sich umliegende Büchereien mit Lesestoff eindecken. „Unsere Bücherei wird zwar von der Stadt Voerde unterstützt, aber von einem Verein getragen. Ein wirklich großes Budget für Bücher habe ich nicht“, so die Büchereileiterin, die als Minijobberin und ehrenamtlich in Möllen beschäftigt ist. „Das hier ist für uns fantastisch. Trotzdem muss ich genau auf den Cent achten, denn die Kilos schießen sehr schnell in die Höhe.“ Vor allem nach Kinderbüchern halten sie und ihre Mitarbeiter Ausschau, denn gerade Sachbücher in diesem Bereich werden immer wieder nachgefragt.

Sigrid Wojciechowski ist begeistert von der guten Qualität der meisten Bücher, aber auch Exemplare mit leichten Knickspuren finden den Weg in ihre Taschen. Natürlich kaufe sie auch im örtlichen Buchhandel, doch solche guten Angebote wie den Kiloverkauf komme ihrem Budget natürlich entgegen. Zum Schluss hat die Büchereileiterin mehr eingekauft als gedacht.

Selbst die Stadtbibliothek Dinslaken bedient sich an den eingereichten Büchern. „Titel, die noch gefragt sind, kann ich austauschen“, erzählt Edith Mendel, Leiterin der Stadtbibliothek. Ansonsten profitiert sie von den eingenommenen Geldern. Sie hofft dabei, wie auch Adolf Kraßnigg und Denis Will vom Freundeskreis, dass der vorjährige Rekord von fünf Tonnen verkauften Büchern gebrochen wird. Ein neuer Rekord wurde zumindest mit den abgegebenen Büchern schon erreicht: Rund 17 Tonnen reihen sich in Kisten und Kästen an den Wänden der Stadtbibliothek. Die doppelte Verkaufsfläche steht den Besuchern am heutigen Samstag zur Verfügung. Nach Herzenslust können sie schmökern und sich die tollsten Sachen aussuchen. Sicherlich wird ein jeder auf seine Kosten kommen und vielleicht findet er ja in den Bücherkisten einen wahren Schatz. Die soll es laut Edith Mendel nämlich durchaus geben. „Aber es ist auch einfach nur schön, den Menschen hier zuzuschauen. Fremde kommen plötzlich über Bücher ins Gespräch, beraten sich gegenseitig.“ Sie sei immer wieder während des Kiloverkaufes im Erdgeschoss und beobachte die Menschen. „Es gibt Leser, die suchen nur alte Bücher, andere schauen sich nach Reiselektüre um, wieder andere suchen themenbezogen. Die Motivation ist ganz unterschiedlich, aber niemand geht ohne Bücher aus dem Haus.“

Das freut selbstverständlich auch Edith Mendel ganz besonders, denn mit dem Erlös kann sie Anschaffungen tätigen, die in ihrem eigenen Budget nicht enthalten sind.

So wurde im vergangenen Jahr ein 3D-Drucker angeschafft und damit seien die Schwerpunkte in der Jugendbibliothek abgedeckt. „Das Kreativangebot zur nachhaltigen Bildung und das Angebot zum Umgang mit neuen Technologien ist vorerst abgeschlossen.“ Ähnliches sei jetzt für Mädchen und Jungen im Grundschulalter geplant.

„Wir möchten die Jüngsten, vor allem die Mädchen, für Naturwissenschaften und Technik begeistern und hier ein entsprechendes Angebot vorhalten“, sagt die Dinslakener Büchereileiterin Edith Mendel und freut sich schon auf die Ausbeute des Kiloverkaufes.

(big)
Mehr von RP ONLINE